Schicksal Alzheimer
Was ist eigentlich die Alzheimer-Erkrankung?
Bacher: Es handelt sich dabei um eine Erkrankung des Gehirns älterer Menschen, verbunden mit zunehmendem Gedächtnisverlust und in weitere Folge geistigem Abbau sowie schweren Persönlichkeitsveränderungen, im letzten Stadium auch körperlicher Verfall.
Um was für eine Gehirnerkrankung handelt es sich eigentlich?
Bacher: Es kommt dabei in den Gehirnzellen und zwischen den Nervenzellen zu Eiweißablagerungen, sogenannten Alzheimer-Fibrillen und Plaques, welche letztlich fortschreitend zu einer Gehirnzerstörung führen.
Wieso kommt es zu diesen Ablagerungen?
Bacher: Die Ursachen sind noch nicht ganz geklärt, der größte Risikofaktor ist aber das Alter, besonders das höhere Alter, auch genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen.
Wie häufig ist die Erkrankung?
Bacher: In Österreich sind etwa 100.000 betroffen mit steigender Tendenz als Folge der immer höheren Lebenserwartung.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Bacher: Der Hausarzt kann, wenn Verdacht auf eine Demenzerkrankung besteht, einen Gedächtnis-Schnelltest erstellen. Ist dieser auffällig, sollte die weitere Abklärung über einen Facharzt für Psychiatrie oder Neurologie erfolgen.
Welche Rolle spielen die Angehörigen?
Bacher: Vor allem das Gespräch mit den Angehörigen ist wichtig, da der Betroffene selbst seine möglichen Defizite nicht wahrnimmt. Dies ist auch leider ein Grund, warum die Demenzerkrankung im Frühstadium erst spät erkannt wird, da sich der Patient oft weigert, eine fachärztliche Untersuchung durchzuführen, er fühlt sich ja „nicht krank“.
Was für Folgen hat die Erkrankung für den Betroffenen und dessen Familie?
Bacher: Für die Betroffenen bedeutet die Erkrankung einen zunehmenden Verlust der Selbstständigkeit und damit ein Versagen in den Alltagsaktivitäten, d.h. er ist im Verlauf der Erkrankung vermehrt auf Unterstützung angewiesen. Vor allem die Familie ist durch die jahrelange Erkrankung sehr belastet.
Welche Unterstützung benötigen die Patienten?
Bacher: Der Patient benötigt immer mehr Unterstützung in der Tagesbewältigung und zunehmende Verhaltensstörungen machen das Zusammenleben mit dem Kranken zusätzlich schwierig. Gegen Ende der Erkrankung kommt es auch zu körperlichen Einschränkungen wie z.B. Gangunsicherheiten oder Inkontinenz. Deshalb benötigen die betreuenden Angehörigen bzw. die Familie entsprechende Unterstützung und Beratung, wobei meinerseits darauf Wert gelegt wird, frühzeitig entsprechende Hilfestellungen (z.B. Tagesbetreuung, MOHI, usw.) in Anspruch zu nehmen.
Wie lange dauert diese Erkrankung?
Bacher: Je nach Erkrankungsalter des Betroffenen bis zu 10 Jahren und mehr.
Ist Heilung möglich?
Bacher: Derzeit nicht. Mit speziellen Medikamenten kann allerdings der Verlauf der Erkrankung etwas verlangsamt werden. Verbunden mit regelmäßigem Gedächtnistraining ist der Erfolg einer solchen Behandlung noch wesentlich zu verbessern, d.h. länger dauernde Selbstständigkeit des Kranken und damit auch bessere Lebensqualität. Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser sind die Erfolgschancen. Neben diesen speziellen „Gedächtnismedikamenten“ gibt es auch noch andere Möglichkeiten der medikamentösen Beeinflussung.
Kann man sich vor dieser Krankheit schützen?
Bacher: Nicht wirklich. Es handelt sich letztlich um eine schicksalhafte Alterserkrankung. Allerdings gibt es Hinweise, dass geistige Aktivität im Alter den Beginn der Erkrankung hinauszögern kann. Ein Beispiel dafür wäre Gedächtnistrainig, wie es in unserem Therapiezentrum angeboten wird.
Wie funktioniert ein Gedächtnistraining?
Bacher: Dies sollte in Kleingruppen von 8 bis maximal 10 Personen durchgeführt werden. Verschiedene individuell angepasste Gedächtnisübungen die alle Gehirnfunktionen fordern, psychosoziales – und Alltagstraining sowie körperlich bzw. motorische Bewegungsübungen. Das Training sollte regelmäßig durchgeführt werden damit die geistige Beweglichkeit so lang als möglich erhalten bzw. verbessert wird. Wir versuchen in unserem Gedächtnistherapiezentrum im Lünerseepark / Bürs dieses Konzept effizient und konsequent in Form eines Tageszentrums umzusetzen.
Kontakt
dr. bacher Gedächtnis-Therapiezentrum
Hauptstraße 4/2
Lünserseepark
6706 Bürs
T 055 52 / 62 323 – 30
www.bacherzentrum.at
