Osteoporose – Vorbeugen hilft!
Was ist Osteoporose?
Schirmer: Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts und damit die Knochen. Die Knochen sind die Stützpfeiler und das Tragegerüst unseres Körpers, ähnlich den Mauern eines Hauses. Die Stabilität dieses Gerüstes hängt sehr stark von der inneren Struktur und der Knochenmasse ab. Bei Osteoporose wird mehr Knochen abgebaut als aufgebaut und es kommt zu einem Verlust an Knochenmasse. Man kann sich das so vorstellen, wie wenn die Mauern eines Hauses mit den Jahren immer dünner werden und sich die Qualität der Steine mit der Zeit verschlechtert.
Wieso kommt es zu dazu?
Schirmer: Es gibt drei Phasen im Leben der Knochen: Die Phase des vermehrten Aufbaus bis zum 25. die Erhaltung der Knochensubstanz bis zum 50. Lebensjahr und ab dem 50. Lebensjahr von die Phase des vermehrten Abbaus. Die Verminderung der Knochenmasse im Alter ist ganz normal und natürlich. Fehlen jedoch über lange Zeit die entsprechenden mechanischen Belastungsreize oder Mineralien, kommt es schon viel früher zu einem vermehrten Abbau der Knochenmasse und damit zur Osteoporose.
Was kann ich dagegen tun?
Schirmer: Der beste Schutz vor Osteoporose ist Vorbeugen. Besonders Kinder und Jugendliche können ihr „Knochenkonto“ auffüllen. Je vielseitiger sie sich bewegen, umso besser funktioniert auch ihr Knochenstoffwechsel. Aktivitäten wie Rennen, Hüpfen oder Klettern eignen sich besonders gut, um Knochensubstanz aufzubauen, da dort die Belastungsreize für die Knochen besonders groß sind. Vermeiden sollten Kinder und Jugendliche langes Sitzen, da es sich dann die Knochen genauso bequem machen wie die Kinder und nicht im Geringsten an einen Knochenaufbau denken.
Welche Aktivitäten sind gut für meine Kinder?
Schirmer: Schicken Sie Ihre Kinder möglichst oft zum Spielen ins Freie. Fast alles, was den Kindern dort an Bewegung und Spielen einfällt wirkt sich positiv auf die Gesundheit und den Knochenstoffwechsel aus.
Was ist noch wichtig?
Schirmer: Durch die Sonne die wird Bildung des Vitamin D Komplex gefördert. Dieser ist wiederum verantwortlich für die Einlagerung des Kalziums in die Knochen, das die Stabilität erhöht. Besonders viel Calcium befindet sich übrigens in Milchprodukten, Brokkoli, Nüssen oder Kohlrabi.
Bringt mir die Bewegung als Erwachsener auch etwas?
Schirmer: Selbstverständlich! Die mechanischen Reize, die die Anpassungsprozesse im Knochen auslösen, wirken bei Erwachsenen prinzipiell genauso wie bei Kindern. Da der Organismus mit zunehmendem Alter aber nicht mehr auf Wachstum ausgelegt ist, sind die Anpassungsprozesse auch nicht mehr ganz so stark. Wenn Sie im Erwachsenenalter Osteoporose vorbeugen wollen, sollten Sie ganz spezifisch vorgehen.
Was bedeutet das genau?
Schirmer: Radfahren beispielsweise stärkt Ihre Knochen kaum, da Sie dort Ihr Körpergewicht nicht tragen müssen. Häufiges Laufen bewirkt eher Anpassungen im Bereich der unteren Extremität, nicht aber an der Wirbelsäule, wo im Alter häufig Probleme auftreten können. Wichtig sind vielseitige und kräftigende Übungen, wie Sie beispielsweise beim Aerobic oder beim Krafttraining vorkommen. Was viele nicht wissen, auch Dehnübungen haben positive Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel.
Haben Sie spezielle Empfehlungen für das Älter werden?
Schirmer: Ich empfehle Jedem ab 45-50 Jahren, besonders aber Frauen, sich regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen zu lassen. Das Risiko, dass Frauen an Osteoporose erkranken ist ca. dreimal so hoch wie bei Männern. Als Ursache ist der Hormonhaushalt zu sehen, der sich ebenfalls auf den Knochenstoffwechsel auswirken kann.
Was ist bei erhöhtem Risiko zu tun?
Schirmer: Es sollten in jedem Fall in Absprache mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin mit vorbeugenden Maßnahmen begonnen werden. Einige Gruppen im Land bieten hier spezielle Kurse an, so zum Beispiel der Verein Aktiv gegen Osteoporose oder das Haltungsturnen der aks Gesundheitsvorsorge.
