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Gesund bleiben ist kinderleicht!

Schädel-Hirn-Trauma

Was genau ist ein Schädel-Hirn-Trauma?
Pallavicini: Ein Schädel-Hirn-Trauma entsteht infolge einer äußeren Gewalteinwirkung und führt zu einer Verletzung des Gehirns. Dies kann durch einen Unfall oder einen starken Schlag auf den Kopf passieren. Wegen der Gefahr von Hirnblutungen oder anderen Komplikationen wird für jeden Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma (auch „nur“ Gehirnerschütterung) die Beobachtung im Krankenhaus empfohlen. Durch erfolgreiche Rettungsmaßnahmen und durch moderne Intensivmedizin überleben immer mehr Menschen mit schweren Hirnverletzungen.

Welche Symptome können auf ein SHT hinweisen?
Pallavicini: Typische Symptome sind unter anderem Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Schielen, Pupillendifferenz (unterschiedlich große Pupillen), Krämpfe oder sonstige neurologische Ausfallerscheinungen, Übelkeit und Erbrechen, Erinnerungslücken (Amnesie) und visuelle Halluzinationen. Beachten Sie, dass sich einige der genannten Symptome teilweise deutlich nach dem Trauma entwickeln können. Dabei müssen unterschiedlich große Pupillen und zunehmende Bewusstseinsstörungen als besondere Warnzeichen betrachtet werden, da sie Hinweise auf eine Blutung innerhalb des Schädels sein können.

Wie genau äußern sich diese Symptome?
Pallavicini: PatientInnen mit einer erworbenen Hirnschädigung können in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit eingeschränkt sein. Das heißt sie haben Probleme sich zu konzentrieren, die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen und Informationen kann verlangsamt sein. Zusätzlich kann es zu Störungen im Erfassen komplexer Sachverhalte kommen. Dies führt auch im Alltag zu erheblichen Einschränkungen. Betroffene verstehen schwierige Sachverhalte nicht mehr oder reagieren unangemessen. Es kann auch zu motorischen Einschränkungen kommen, z.B. kann eine Halbseitenlähmung oder Gleichgewichtsstörung erhebliche Auswirkungen in der Beweglichkeit und somit in der Selbständigkeit haben.

Ist die Sprache auch betroffen?
Pallavicini: Auch das Sprachzentrum im Gehirn kann betroffen sein. In Verbindung mit einer Sprachstörung steht häufig noch eine Beeinträchtigung von Lesen und Schreiben. Die Auswirkungen sich nicht entsprechend ausdrücken zu können führt in vielen Fällen zu einer depressiven Stimmung. Verstärkt wird die Situation noch, wenn man sich gegenseitig vormacht, den anderen zu verstehen. Dies führt dazu, dass sich PatientInnen nicht Ernst genommen fühlen, manche reagieren mit Rückzug oder sogar Aggressionen.

Gibt es medizinische Behandlungsmöglichkeiten?
Pallavicini: Eine frühzeitig einsetzende medizinische Therapie vermindert weiterführende Schäden und ist ausschlaggebend für den Erfolg. Jeder Patient mit Schädel-Hirn-Trauma sollte 48 Stunden im Krankenhaus überwacht werden, auch wenn „nur“ eine Gehirnerschütterung vermutet wird. Die Rückbildung der Symptome bei einer Gehirnerschütterung kann einige Tage dauern. Die Genesung wird durch Ruhe, Vermeiden von Fernsehen und möglichst wenig Lärm und Stress unterstützt.

Welche Therapien sind sinnvoll?
Pallavicini: Die Auswirkungen einer Hirnschädigung können sehr unterschiedlich und auch sehr komplex sein. Nach der Akutphase eines Schädelhirntraumas können gezielte Therapiemaßnahmen den Rehabilitations-Prozess positiv beeinflussen. Im Sinne einer ganzheitlichen Förderung bietet die Ambulante Neurologische Rehabilitation (ANR) des aks verschiedene Therapien, wie z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sozialarbeit, Wassertherapie, Hippotherapie sowie Neurologie und Neuropsychologie zur Behandlung von Trauma-PatientInnen an. Ziel der Therapien ist eine möglichst hohe Selbständigkeit der PatientInnen und ein Zurechtkommen im Alltag zu erreichen.


Kontakt

aks Sozialmedizin
Ambulante Neurologische Rehabilitation
Färbergasse 13
6850 Dornbirn
T 055 74 / 202 - 3000
E-Mail

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