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Gesundheit ist keine Glücksache

Lärm ist nicht nur störend, sondern ein Gesundheitsrisiko

Welche Auswirkungen hat Lärm?
Pejic: Lärm verursacht Stress, stört den Schlaf und beeinträchtigt die Konzentration und Kommunikation, aber auch das Herzinfarktrisiko kann steigen. Weiters kann Lärm bei Kindern zu verringertem Lernvermögen führen. Die Auswirkungen hängen jedoch nicht nur von der Lautstärke und Einwirkdauer ab. Auch die Art des Lärms und der personenbezogene Beurteilungspegel sowie psychologische Faktoren spielen eine Rolle. In jedem Fall bedeutet Lärm eine Verringerung der Lebensqualität.

Wo ist Lärm das größte Problem?
Pejic: Natürlich ist vor allem der Straßenverkehr ein Lärmverursacher, Lärm ist aber ein allgegenwärtiges Problem. Fast 25% der Menschen sind beispielsweise am Arbeitsplatz großem und beständigem Lärm ausgesetzt. Auch selbst verursachter Freizeitlärm beeinträchtigt unser Hörvermögen.

Ab wann wird Lärm gefährlich?
Pejic: Ein Dauerschallpegel bei der Arbeit (8 Stunden/Tag) über 85 Dezibel führt zu Lärmschwerhörigkeit, aber auch kurz dauernde sehr hohe Schallpegel über 120 Dezibel  können bereits innerhalb von Minuten, über 140 Dezibel schon durch Einzelschallereignisse (zum Beispiel Knalltrauma) zu Hörschädigungen führen.

Sind solche Lärmbelastungen häufig?
Pejic: Eine Kreissäge verursacht beispielsweise 104 dB Lärm, schon eine ¼ Stunde Gehörbelastung von einer Kreissäge entsprechen 8 Stunden bei 85 dB. Die Musik in der Disco dröhnt mit 100 dB aus den Lautsprechern und bei einem Rockkonzert sind es sogar 120 dB. Das ist derselbe Wert, wie bei einem Düsentriebwerk. Auch beim Musik hören über Kopfhörer ist Vorsicht geboten. Hier ist die Gefahr groß, zu lange zu lauten Geräuschen ausgesetzt zu sein. Freizeitlärm wie dieser ist ein Grund, warum immer mehr Jugendliche gefährdet sind, eine Hörschädigung zu erleiden.

Welche Folgen hat eine Hörschädigung?
Pejic: Häufige Folge einer Lärmschädigung ist der Tinnitus. Tinnitus äußert sich durch einen mehr oder weniger dauernd vorhandenen Ton in einem oder beiden Ohren, der sehr lästig ist und nur schwer behandelt werden kann.

Können wir selbst etwas gegen den Lärm tun?
Pejic: Natürlich! Einerseits können wir hohe Lärmeinwirkung auf unser Gehör durch Gehörschutzstöpsel verhindern. Wenn es doch einmal in der Disco zu laut war, ist die Gehörerholung, d.h. Stille, über mehrere Stunden notwendig. Es kann aber auch jeder selbst einen Beitrag zur allgemeinen Lärmverminderung leisten und versuchen seine selbstverursachten Lärmquellen zu vermindern. Pause von Radio und Fernsehen ist nur ein mögliches Beispiel.

Viele Menschen klagen über die Geräuschkulisse im Büro. Was raten Sie in diesen Fällen?
Pejic: Umfragen zeigen, dass die Menschen vor allem elektronische Geräte wie Computer, Drucker, Fax und Kopierer als störend empfinden. Vor allem in Großraumbüros werden Geräusche oft zur Belästigung. Hier helfen vielfach schon Maßnahmen mit wenig Aufwand, wie schallschluckende Bodenbeläge oder Raumtrenner, lärmintensive Geräte in separate Räume „verbannen“, beim Kauf neuer Geräte auf geringe Lautstärke achten, Büroräume nicht als Durchgangszimmer nutzen, Besprechungen „zwischen Tür und Angel“ vermeiden und grundsätzlich ins Konferenzzimmer gehen.

Was kann man tun, um Gesundheitsschäden durch Lärm vorzubeugen?
Pejic: Achten Sie darauf, dass Sie genügend lärmfreie Erholungszeit haben. Denken Sie auch daran, dass man nicht immer eine Geräuschkulisse durch Musik, Fernseher oder dergleichen braucht. Wenn Lärmexposition wie zum Beispiel bei der Arbeit jedoch nicht vermieden werden kann, dann achten Sie auf ausreichend Schutz, beispielsweise durch Ohrstöpsel.

 

Kontakt

ameco HEALTH PROFESSIONALS GMBH
Arbeitsmedizinisches Zentrum Vorarlberg
Rheinstraße 61
6900 Bregenz
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