Sonnenschutz am Arbeitsplatz
Warum ist Sonnenschutz am Arbeitsplatz so wichtig?
Klien: Während man sich im Urlaub in den besonders heißen Mittagsstunden in den Schatten zurückziehen kann, ist das bei der Arbeit für viele nicht möglich. Eine Siesta, wie in südlichen Ländern, lässt sich zudem bei uns mit den Arbeitsabläufen nicht vereinbaren. Da hilft nur ausreichender Sonnenschutz.
Gibt es dafür Richtlinien?
Klien: Für die so genannten "solarexponierten Arbeitsplätze", vor allem im Handwerk, auf dem Bau oder in der Landwirtschaft, wird die an einem Arbeitsplatz im Freien auftretenden Strahlenbelastungen gemessen und ausgewertet. Arbeitgeber sind verpflichtet zu prüfen, ob eine Gefährdung der Beschäftigten bei Arbeitsplätzen im Freien vorliegt.
Welche Tipps gibt es für MitarbeiterInnen, die sich oft im Freien aufhalten?
Klien: Die Arbeitsbekleidung sollte leicht und langärmlig sein. T-Shirts, Hemden und Hosen bieten Schutz. Bequeme Schnitte und Textilien mit UV-Schutz sorgen dafür, dass die Kleidung auch tatsächlich getragen wird.
Wie sieht es mit Kopfbedeckungen aus?
Klien: Auch in Branchen in denen keine Helmpflicht besteht, sollte niemals auf eine Kopfbedeckung verzichtet werden. Helm, Sonnenhut oder Kappe schützen vor der intensiven Sonneneinstrahlung. Das ist ganz besonders wichtig für alle, bei denen die Haare dünner sind.
Gibt es weitere Schutzmaßnahmen die man beachten kann?
Klien: Eine Sonnenbrille ist bei der Arbeit im Freien ein absolutes Muss. Am besten, Sie lassen sich von einem Optiker beraten. Achten Sie auf Passgenauigkeit, Seitenschutz und Sonnenschutzfilter.
Soll auch eine Sonnencreme benutzt werden?
Klien: Sonnenschutzmittel sind nicht nur etwas für die Freizeit - im Gegenteil. Produkttests zeigen immer wieder, dass nicht der Preis entscheidend ist, sondern die Anwendung.
Was muss man beachten?
Klien: Verwenden Sie ein Produkt mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden und cremen Sie alle unbedeckten Stellen des Körpers ein. Beachten Sie, dass die Wirkung erst nach 30 Minuten einsetzt. Deshalb ist rechtzeitig eincremen wichtig. Vergessen Sie auch nicht, sich von Zeit zu Zeit noch einmal einzucremen.
Wie gut soll man sich eincremen?
Klien: Sie sollten nicht sparsam sein. Um den angegebenen Lichtschutzfaktor tatsächlich zu erreichen, sollten es schon 30 ml Creme für den ganzen Körper sein – das ist in etwa so viel, wie in ein Schnapsglas passt.
Kann der Arbeitgeber zum Sonnenschutz seiner MitarbeiterInnen beitragen?
Klien: Mit technischen Schutzmaßnahmen lässt sich die Belastung am Arbeitsplatz deutlich reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel Überdachungen, Sonnensegel und UV-absorbierende Fenster. Oft lässt sich auch mit wenig Aufwand der Betriebsablauf den hochsommerlichen Bedingungen anpassen.
Was kann man da tun?
Klien: Man kann die Arbeit so gestalten, dass möglichst viel im Schatten erledigt werden kann. Außerdem sollte die Aufenthaltsdauer in der prallen Sonne beschränkt sein. Kurze Zusatzpausen im Schatten sind hilfreich. Auch ein früherer Arbeitsbeginn und die Verlagerung von körperlich anstrengenden Tätigkeiten in die kühleren Morgenstunden trägt zum Sonnenschutz bei.
Wo erfahre ich mehr zum Thema Sonnen- bzw. Hautschutz am Arbeitplatz?
Klien: Wir im Arbeitsmedizinischen Zentrum Vorarlberg stehen für alle Fragen zu Beschwerden und Belastungen am Arbeitsplatz gerne zur Verfügung. Betroffene können sich auch direkt an Ihre Arbeitsmediziner bzw. Betriebsärzte im Unternehmen wenden.
Wie kann ein Arbeitsmediziner betroffene MitarbeiterInnen unterstützen?
Klien: In erster Linie durch arbeitsmedizinische Beratung, d.h. Information und Aufklärung über mögliche Gefahren sowie entsprechende Schutzmaßnahmen.
