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Tun Sie den ersten Schritt!

Wohlstandsleiden Diabetes

In Österreich gibt es über 300.000 DiabetikerInnen und die Tendenz ist stark steigend. Warum wird die Zuckerkrankheit immer mehr zum Problem für uns?
Schirmer: Das liegt vor allem an unserem Lebensstil. Von den 300000 Betroffenen, dürften sich ca. 90 Prozent ihren Diabetes mit den Jahren selbst „herbeigelebt“ haben. Wir sprechen da vom so genannten Altersdiabetes.

Aber das Altern kann ich doch nicht verhindern?
Schirmer: Natürlich nicht. Altersdiabetes oder genauer Typ II Diabetes nennt man so, da er vorwiegend im Erwachsenenalter auftritt. Er entsteht durch eine Jahrzehnte lange Überflutung unseres Körpers mit energiereicher Nahrung. Kurz gesagt essen wir viel zu viel, verbrauchen dafür aber viel zu wenig Energie in unserem bewegungslosen Alltag.

Dann sind also Diät halten und täglich Sport treiben Rezepte um sich vor Diabetes zu schützen?
Schirmer: Gerade Leute, die mit Sport beginnen möchten, sollten sich lieber deutlich weniger vornehmen als viele „Fachzeitschriften“ vorgeben. Wichtig ist aber, regelmäßig über mehrere Wochen durchzuhalten. Wenn ich dann den Eindruck habe, dass mir mein Sportprogrammm noch zu wenig ist, kann ich es immer noch ausweiten.

Was ist beim Essen wichtig?
Schirmer: Beim Essen sollten Sie nach vor allem Wert auf gesunde und abwechslungsreiche Kost legen. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und genießen Sie es. Versuchen Sie für sich den Unterschied zwischen Appetit und Hunger zu erkennen, das hilft schon ungemein.

Wenn mir nun meine ÄrztIn sagt, ich hätte Diabetes, darf ich dann keinen Sport mehr treiben?
Schirmer: Das hätten Sie wohl gern. Sie müssen hier zwischen dem Typ I und dem Typ II Diabetes unterscheiden, und auch, wie intensiv die Krankheit ist. Typ I DiabetikerInnen müssen lernen, ihren Körper genau einzuschätzen, damit sie sich immer die richtige Dosis Insulin geben. Typ I DiabetikerInnen treiben Sport trotz Diabetes, Typ II DiabetikerInnen sollten sich bewegen, um den Diabetes zu lindern!

Also Sport ist trotz Diabetes möglich?
Schirmer: Auf jeden Fall! Es gibt viele LeistungssportlerInnen, die Diabetes haben, beispielsweise der österreichische Gewichtheber Matthias Steiner (Olympiavierter), Gary Hall Jr. schwamm zu Olympiagold und -Silber oder der 5-fache Olympiasieger im Rudern Sir Steven Redgrave.

Kann ich den Altersdiabetes lindern?
Schirmer: Sie können jedes Problem lösen, wenn Sie die Ursache kennen und Einfluss darauf nehmen können. Bewegungsmangel und Überfütterung sind ursächlich für die Entstehung, das heißt wenn Sie sich bewegen und auf Ihre Ernährung achten, können Sie diese Krankheit sehr positiv beeinflussen. Und hier ist eben kein Leistungssport gefragt, sondern einfach nur Bewegung. Selbst ein 30 Minuten Spaziergang reicht aus, um den Blutzucker von DiabetikerInnen deutlich zu senken.

Gibt es denn spezielle Sportarten, die sich besonders eignen?
Schrimer: Erlaubt ist, was Spaß macht. Mir sind 100 aktive DiabetikerInnen lieber, als zehn, die eine aus sportwissenschaftlicher Sicht „ideale“ Sportart betreiben. Selbst eine gemütliche Wanderung, die in einer noch viel gemütlicheren Jause endet, ist hundertmal besser als auf der Couch zu sitzen.

Welche Sportarten empfehlen Sie?
Schirmer: Grundsätzlich kann man aber sagen, dass sich all die Sportarten besonders eigenen, wo man über einen längeren Zeitraum etwas ins Schnaufen kommt. Für SporteinsteigerInnen sollten keine abrupten Richtungswechsel vorkommen, Stöße oder Schläge auf die Wirbelsäule sind auch nicht gerade ideal. Überfordern Sie sich nicht, oberste Prämisse ist der Spaß. Wenn Sie lauter schnaufen als ihr Sportpartner spricht, ist es höchste Zeit einen Ganz zurück zu schalten. Suchen Sie sich Gleichgesinnte, dann fällt es Ihnen auch nicht so schwer sich aufzuraffen. Jeder Schritt, jede Bewegung, selbst das bewusste Aufstehen zum Telefonieren, hilft vor Diabetes zu schützen oder ihn zu lindern.

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