Gesunde Ernährung gegen Frühjahrsmüdigkeit
Während die Natur erwacht, leiden viele Menschen unter Frühjahrsmüdigkeit und Abgeschlagenheit. Die Medizinerin Dr. Ursula Doringer und die Ernährungsberaterin Mag. Angelika Stöckler geben Tipps für den gesunden Start ins Frühjahr.
Was steckt hinter der Frühjahrsmüdigkeit?
Doringer: Ein Grund für die Antriebslosigkeit ist die Wetterlage. Mit den ersten wärmeren Tagen weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab. Viele Menschen fühlen sich müde und schwach.
Wie äußert sich die Frühjahrsmüdigkeit?
Doringer: Die Symptome reichen von Müdigkeit und Gereiztheit über Wetterfühligkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel, Kreislaufschwäche Unlustgefühle, Leistungsschwäche, Schlaflosigkeit bis zu einer erhöhten Anfälligkeit für Erkältungen.
Wie begegnet man der Frühjahrsmüdigkeit am besten?
Doringer: Regelmäßige Bewegung hilft. Gehen Sie täglich spazieren oder fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. So können Sie Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen und Leistungsabfall entgegenwirken. Auch die meist fett- und kalorienreichere Ernährung in der Winterzeit begünstigt die Frühjahrsmüdigkeit.
Gerade jetzt zu Beginn der wärmeren Saison ist die schlanke Figur wieder gefragt und Diätempfehlungen boomen. Was empfehlen Sie in diesem Zusammenhang?
Doringer: Vor einseitigen und radikalen Diäten kann ich nur warnen. Damit sind Heißhungerattacken, Gereiztheit und Kopfschmerzen vorprogrammiert. Finden Sie Ihr persönliches Wohlfühlgewicht. Dieses Gewicht sollte etwa im Normalbereich liegen und langfristig beibehalten werden können.
Was konkret hilft in punkto Ernährung gegen die sich breit machende Antriebslosigkeit?
Stöckler: Abwechslungsreich zu essen ist der beste Muntermacher! Verwöhnen Sie Ihren Körper mit vitaminreichen Speisen. Herrlich schmecken knackige Frühlingssalate, die Sie am besten mit feinen Pflanzenölen und frischen Kräutern zubereiten.
Was hält der Frühling sonst noch für unsere Küche bereit?
Stöckler: Lassen Sie sich auf dem Markt inspirieren: Spargel, Kohlrabi, Radieschen, Spinat und knackige Salate gibt es dort erntefrisch. Am besten das Gemüse nur kurz und schonend garen. So bleiben die Vitamine erhalten. Bald gibt es auch die ersten Beeren. In der Zwischenzeit sind auch Tiefkühlprodukte eine gute Alternative. Verwenden Sie saisonale, heimische Produkte, denn ihr Gehalt an wertvollen Stoffen ist deutlich höher ist als jener von unreif geernteter, weit transportierter Ware.
Müdigkeit und Abgeschlagenheit tritt auch verstärkt nach den Mahlzeiten auf. Was kann man dagegen tun?
Stöckler: Üppige und umfangreiche Mahlzeiten machen müde und schlapp. Verteilen Sie deshalb fünf kleinere, leichte Mahlzeiten über den Tag. So entlasten Sie Ihren Körper bei der Verdauungsarbeit und beugen zugleich Heißhunger und Übergewicht vor. Starten Sie mit einem leichten Frühstück. Wenn Sie süßes Gebäck am Morgen durch Vollkornbrot oder Müsli ersetzen, bringen Sie Ihre Verdauung in Schwung.
Gerade im Frühling sehnen sich viele danach, ein paar Kilos zu verlieren. Wie kann man am besten abnehmen?
Stöckler: Gut ist eine Kombination aus gesunder Ernährung und Bewegung. Gemüse und Salate sind dabei ideal, weil sie schnell sättigen. Hilfreich kann die einfache Regel "Fünf am Tag" sein. Gerade jetzt im Frühling ist sie leicht umzusetzen, indem zu jeder Mahlzeit auch etwas Frisches verzehrt wird. Wichtig ist auch, genug zu trinken. Ideal sind Wasser, Mineralwasser sowie Früchte- oder Kräutertee. Damit können überschüssige Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden und der Kreislauf kommt besser in Schwung.