Welt-Alzheimer-Tag: Früherkennung ist wichtig!
Gedächtnis bedeutet Selbstständigkeit
Dr. Reinhard Bacher, Leiter des aks Gedächtnis-Therapiezentrums in Bürs, beschreibt die gravierenden Auswirkungen der Demenzkrankheit Alzheimer: „Es handelt sich um eine zunehmende Vergesslichkeit, die über Jahre fortschreitet. Sie führt letztlich zum Verfall des Gehirnes. Damit kommt es neben der Vergesslichkeit auch zu Veränderungen der Persönlichkeit, schweren Verhaltensstörungen, Versagen in Alltagsaktivitäten und im Endstadium zum körperlichen Verfall.“
Gerade im Alter ist Selbstständigkeit sehr wichtig. Zum Erhalt dieser Selbstständigkeit ist das Gedächtnis unabdinglich. Demenzexperte Bacher: „Das Gedächtnis ermöglicht uns, die täglichen Dinge des Lebens zu bewältigen, uns an die Vergangenheit zu erinnern, an die Namen unserer Freunde und Verwandten oder richtige Entscheidungen zu treffen. In den Worten eines spanischen Künstlers: Leben ohne Gedächtnis ist überhaupt kein Leben. Das Gedächtnis ist unser innerer Zusammenhalt, unser Verstand, unser Gefühl, ja selbst unser Tun. Ohne Gedächtnis sind wir nichts.“
Frühzeitige Diagnose ist wichtig
Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es im Gehirn zu Eiweißablagerungen, die letztlich zu einer langsamen Zerstörung des Gehirnes führen. Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet, an einer Alzheimer-Krankheit zu leiden. Es ist wichtig, die Ursachen für Gedächtnisstörungen frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.
Die Diagnose umfasst ausführliche Gespräche mit den Betroffenen und Angehörigen, eine Tomographie des Gehirnes sowie verschiedene Labortests und psychologische Untersuchungen der Hirnleistung. Neben der Alzheimer-Krankheit können auch Depressionen, körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder verschiedene Medikamente zu Vergesslichkeit führen. Auch Durchblutungsstörungen des Gehirnes bewirken ein Fortschreiten von Hirnzerfall, ähnlich wie bei der Alzheimer-Krankheit.
Manche Ursachen, wie etwa Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Depressionen, können medikamentös behandelt werden und sind heilbar. Im Falle der Alzheimer-Krankheit ist eine Heilung derzeit nicht möglich. Spezielle Medikamente können die Erkrankung im Frühstadium bremsen und erweisen sich in Verbindung mit regelmäßigem Gedächtnistraining als therapeutisch wirksam.
Gedächtnistherapie fördert Lebensqualität
Eine Therapie umfasst verschiedene Gedächtnisübungen, soziales und motorisches Training sowie das Üben von Alltagsfertigkeiten. Die Gehirnleistung wird stabilisiert, der Krankheitsverlauf verlangsamt, noch bestehende Ressourcen werden aktiviert und gefördert. Reinhard Bacher vom aks Gedächtnis-Therapiezentrum: „Regelmäßiges Gedächtnistraining führt zu einer entsprechenden Hirnstimulation und somit zum Abbremsen des Hirnzellenzerfalles. Zusätzlich führt dieses regelmäßige Training dazu, dass der Betroffene länger in seinen Alltagsfertigkeiten und in seiner sozialen wie sprachlichen Kommunikation kompetent bleibt.“
Betreuende Angehörige von Demenzkranken sind oft emotional schwer belastet. Ihnen kann zum Beispiel mit einer exakten medizinischen Diagnose für die betroffenen Angehörigen, einem Angebot im Gedächtnis-Therapiezentrum und mit kompetenter Beratung durch Experten geholfen werden.
Factbox
aks Gedächtnis-Therapiezentrum, Lünersee-Fabrik, Bürs
Tagestherapie, Gruppentraining mit 9 bis 10 PatientInnen
Angehörigenberatung
Gedächtnis- und Alltagstraining, gezielte Programme
Hol- und Bringdienst steht zur Verfügung
Gemeinsames Mittagessen
Kostenlose telefonische Demenzsprechstunde jeden Freitag 14.30 bis 17.00 Uhr
durch Dr. Reinhard Bacher, M 0664 / 802 83 639
