Ernährung und Zahngesundheit
Was genau ist unter einer „zahngesunden“ Ernährung zu verstehen?
Bischof: Man könnte vermuten, dass nur der völlige Verzicht auf zuckerhaltige Lebensmittel eine für die Zahngesundheit optimale Ernährung bedeutet. Dem ist aber nicht so. Wichtig ist vielmehr das Wissen um diejenigen Essgewohnheiten, die für die Zähne schlecht sind. Mit diesem Wissen kann man sich dann bewusster ernähren und zahnschädigende Anteile vermeiden.
Welche Nahrungsmittel sind denn zahnschädigend?
Bischof: Insbesondere wirken sich natürlich zuckerhaltige Lebensmittel zahnschädigend aus, dies gilt aber genauso für Kohlenhydrate und Stärke enthaltende Produkte. Einfach zu erkennen und damit leicht zu meiden sind derartige Nahrungsmittel in Form von Süßigkeiten, wie Gebäck, Schokolade, Bonbons, etc.
Sind natürliche Produkte besser für die Zähne?
Bischof: Nein, auch „natürliche“ Produkte wie Honig, getrocknete Früchte und auch Fruchtsäfte beinhalten eine große Menge Zucker und sind damit ebenso zahnschädigend wie Süßigkeiten. Auch der Fruchtzucker (Fructose), welcher oft in Produkten für DiabetikerInnen verwendet wird, ist kariesfördernd.
Muss ich auch bei frischen Früchten vorsichtig sein?
Bischof: Frische Früchte sind großteils unbedenklich, da sie nicht klebrig sind. Der Zucker in Früchten wird zudem schnell weggespült, weil die Fruchtsäuren den Speichelfluss stark aktivieren.
Was versteht man unter „verstecktem“ Zucker?
Bischof: Versteckter Zucker ist sehr hinterlistig. Er versteckt sich oft in industriell gefertigten Lebensmitteln, in denen man ihn nicht vermutet, weil das fertige Produkt gar nicht süß schmeckt.
Können Sie Beispiele für solche Produkte nennen?
Bischof: Ein Beispiel hierfür ist etwa das besonders bei Kindern beliebte Ketchup. Eine mittelgroße Flasche (450g) Ketchup enthält 23 Stück (=92g) Würfelzucker, aber auch in einem Becher Fruchtjoghurt (180g) vermuten die wenigsten 5 Stück (=20g) Würfelzucker.
Wie ernähre ich mich zahngesund?
Bischof: Die Ernährung sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein, reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und einen hohen Anteil an kaufördernden Bestandteilen, wie z.B.: Körner, Nüsse, hartes Obst und Gemüse, enthalten, da diese den Speichelfluss anregen.
Was ist gefährlicher, die konsumierte Zuckermenge oder die Häufigkeit des Zuckerkonsums?
Bischof: Das größere Gefahrenpotential geht eindeutig von der Einwirkungsdauer aus. Das heißt, dass es beispielsweise weniger zahnschädigend ist, eine Tafel Schokolade am Stück zu essen, als die gleiche Menge stückchenweise über den ganzen Tag verteilt.
Gibt es noch weitere Dinge auf die man beim Naschen achten soll?
Bischof: Natürlich sollte man sich nach dem Naschen die Zähne putzen. Es empfiehlt sich daher, Süßigkeiten bevorzugt nach den Hauptmahlzeiten zu genießen und anschließend die Zähne zu putzen. Während des Tages genügt eine Nahrungsresteentfernung, abends erfolgt dann die gründliche Entfernung der Zahnbeläge.
Was kann ich tun, wenn ich mir tagsüber die Zähne nicht putzen kann?
Bischof: Wer nach dem Essen oder Naschen keine Möglichkeit zum Zähneputzen hat, kann einen zuckerfreien Kaugummi kauen oder den Mund mit einem Schluck Wasser kräftig ausspülen.
Welche Getränke sind für unsere Zähne besonders empfehlenswert?
Bischof: Neben Leitungswasser und stillem Mineralwasser kann auch ungesüßter Tee getrunken werden. Fruchtsäfte sollten immer mit Wasser verdünnt werden. Aber auch hier gilt, die Häufigkeit ist entscheidender als die Menge. Außerdem sollten Kinder möglichst früh lernen aus dem Glas zu trinken. Saugflaschen, Schnabeltassen und Trinkflaschen mit Aufsätzen sollten nicht regelmäßig verwendet werden, da sie gerne als Dauerberuhigungsmittel verwendet werden.
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