Fissurenversiegelung für schöne und gesunde Zähne
Wo tritt Karies bei Kindern am häufigsten auf?
Bischof: Am häufigsten an den Kauflächen der Backenzähne. Hier bestehen tiefe Rillen (Fissuren), in denen sich Bakterien sammeln. Diese können zum Teil trotz genauester Zahnpflege nicht entfernt werden, denn der Eingang in diese Rillen ist selbst für die dünnen Borsten der Zahnbürsten zu eng.
Was kann man dagegen tun?
Bischof: Durch eine Fissurenversiegelung werden diese tiefen Rillen verschlossen. Dabei verschließt ein dünnflüssiger Kunststofflack die Eintrittspforten für die Bakterien auf den Kauflächen der Zähne. So kann dort keine Karies mehr entstehen und das Kind hat bei täglicher Mundhygiene sehr gute Chancen kariesfrei zu bleiben.
Wie wird das gemacht?
Bischof: Zuerst wird der Zahn von allen Bakterienbelägen gereinigt. Dann wird die Fissur genauestens beurteilt, damit keine verdeckte Karies mit dem Lack eingeschlossen wird und darunter weiter wachsen kann.
Was passiert dann?
Bischof: Ist der Zahn wirklich gesund, wird die äußerste Schmelzoberfläche der Kauflächen mit einer Säure angeraut, bevor der meist weiße Versiegelungslack auf die Zahnoberfläche aufgebracht werden kann. In der Regel dauert die Behandlung für jeden einzelnen Zahn wenige Minuten.
Was kann man tun, wenn bereits Karies aufgetreten ist?
Bischof: Eine oberflächliche, kleine Karies in der Fissur kann noch mit einer erweiterten Fissurenversiegelung behandelt werden. Dabei wird zunächst die Karies im Bereich der Fissur mit extrem dünnen Bohrern entfernt und der Versiegelungslack genau wie beim gesunden Zahn aufgebracht.
Und wenn die Karies bereits weiter fortgeschritten ist?
Bischof: Wenn die Karies klar auf die Kaufläche begrenzt ist, kann auch eine Kunststofffüllung mit darüber hinausgehender Versiegelung gemacht werden, um gleichzeitig auch die restlichen kleinen Rillen des Zahnes abzudecken und für die Zukunft zu schützen.
Was muss beachtet werden?
Bischof: Da der Kunststofflack während der Verarbeitung extrem empfindlich auf Feuchtigkeit ist, kann es trotz sorgfältigster Verarbeitung vorkommen, dass es zu einer geringen Befeuchtung des Zahnes kommt und daher später Anteile einer Versiegelung verloren gehen. Daher ist es wichtig, dass Versiegelungen bei den halbjährlichen Kontrolluntersuchungen regelmäßig überprüft werden. Im Falle eines vollständigen oder teilweisen Verlustes muss eine Nachversiegelung durchgeführt werden.
Ist die Versiegelung bei allen Kindern zu empfehlen?
Bischof: Obwohl in Vorarlberg in den letzten 20 Jahren Karies bei Kindern und Jugendlichen stark zurückgegangen ist, tritt sie immer noch an den Fissuren der bleibenden Backenzähne auf. Daher sollten diese in aller Regel versiegelt werden. Wer seinen Kindern auch schon im Milchgebiss zu kariesfreien Zähnen verhelfen will, tut gut daran, auch die Milchbackenzähne versiegeln zu lassen.
Wann sollten die Zähne unbedingt versiegelt werden?
Bischof: Die Versiegelung ist besonders wichtig, je tiefer zerklüftet die Fissuren und Grübchen der Zähne sind, aber auch bei hohem Kariesrisiko. Auch wenn die Zähne schlecht gereinigt werden können, zum Beispiel bei PatientInnen mit kieferorthopädischen Apparaturen oder bei Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Allgemeinerkrankungen bzw. Behinderungen ist die Versiegelung zu empfehlen. Das gilt auch, wenn auf den Fissuren schon eine beginnende oberflächliche Karies besteht.
Was kostet die Fissurenversiegelung?
Bischof: Die Fissurenversiegelung der ersten und zweiten bleibenden hinteren Backenzähne für VGKK-Versicherte bei KassenzahnärztInnen mit Prophylaxevereinbarung € 6,05. Auch bei Behandlung
durch einen Wahlzahnarzt/ eine Wahlzahnärztin (Kosten etwa € 20,00 bis 30,00) werden pro Zahn € 14,60 rückerstattet. Die Fissurenversiegelung an Milchmolaren, vorderen bleibenden Backenzähnen und Frontzähnen wird zur Gänze privat verrechnet.
