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Wer gesund lebt hat mehr Spaß!

Gesunde Zähne ein Leben lang!

Wie entsteht eine Parodontitis?
Bischof: In der Mundhöhle befinden sich mehrere Milliarden unterschiedlichster Bakterien. Lagern sich diese in der Nähe des Zahnfleisches an den Zähnen an, können spezielle Bakterien durch eine körperliche Abwehrreaktion im ersten Stadium eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) auslösen. Dabei bilden sich durch das angeschwollene Zahnfleisch oberflächliche Zahnfleischtaschen. Der darunter liegende Knochen ist aber noch nicht angegriffen. Im Laufe der Erkrankung lagern sich diese Bakterien in die entzündeten Zahnfleischtaschen und führen so zu einer immer tieferen Entzündung mit Knochenbeteiligung. Schlussendlich führt eine länger bestehende Parodontitis im Endstadium zum Zahnverlust.

Wie kann man eine Parodontitis im Mund erkennen?
Bischof: Der Unterschied zwischen einer Gingivitis und einer Parodontitis kann nur der Zahnarzt feststellen. Die äußeren, von jedem erkennbaren Zeichen für diese Entzündungen ist ein am Übergang zum Zahn gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch. Dieses blutet schon bei leichter Berührung, zum Beispiel beim Zähneputzen oder sogar schon beim Abbeißen eines Apfels.

Wie kann eine Parodontitis vermieden werden?
Bischof: Wenn es gelingt, durch konsequente Zahnpflege den Zahn soweit von Bakterien sauber zu halten, dass keine Gingivitis entsteht, wird mit Sicherheit auch eine Parodontitis vermieden. Dies gelingt aber nur, wenn täglich alle Flächen des Zahnes - also auch die schwer erreichbaren Flächen zwischen den Zähnen - gründlichst von allen Bakterien befreit werden.

Wie putzt man in so einem Fall richtig?
Bischof: Nach dem Auftreten der ersten Entzündungszeichen (Schwellung, Rötung, Blutung) muss begonnen werden, täglich alle Zahnzwischenräume mit speziellem Bürstchen, befliesten Kunststoffzahnstochern oder bei engen Zwischenräumen mit Zahnseide zu reinigen. Zur Kontrolle der Zahnreinigung eignen sich sehr gut Färbetabletten, die die Bakterienbeläge anfärben. Diese bekommen Sie für wenig Geld in den Apotheken und Drogerien.

Wie wird eine Parodontitis behandelt?
Bischof: Beim Zahnarzt wird zuerst eine genaue Messung der Zahnfleischtaschen, der Blutung und der Bakterienbeläge durchgeführt. Dann werden alle Zähne im Rahmen von wenigen Sitzungen zu 100% von Belägen befreit. Diesen sauberen Zustand muss danach der Patient selbstständig durch eine perfekte Mundhygiene erhalten, damit eine Wiederinfektion vermieden wird.

Wie geht es dann weiter?
Bischof: Erst danach werden meist unter lokaler Schmerzausschaltung die Taschen in der Tiefe sauberst gereinigt, damit die Entzündung abklingt. Nur wenn es dem Patienten gelingt, seine Zähne auf allen Flächen von Bakterien sauber zu halten, wird eine neuerliche Entzündung der Zahnfleischtaschen vermieden.

Haben alle Menschen dasselbe Risiko an einer Parodontitis zu erkranken?
Bischof: Nein, manche Menschen haben viel mehr solcher Bakterien im Mund, die zu Gingivitis und vor allem Parodontitis führen, als andere. Nur ungefähr 15% der Menschen haben ein hohes Risiko, durch diese Zahnfleischerkrankung Zähne zu verlieren. Im Normalfall kommt es erst ab etwa 40 bis 50 Jahren zu einer langsam verlaufenden, gut zu behandelnden Parodontitis.

Tragen andere Gewohnheiten oder Erkrankungen zum Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, bei?
Bischof: Auch andere Faktoren tragen neben diesen Bakterien sehr intensiv dazu bei, das Parodontitisrisiko zu erhöhen. So tritt zum Beispiel bei Rauchern, besonders auch bei Frauen, Parodontitis siebenmal häufiger auf als bei Nichtrauchern. Zuckerkrankheit erhöht ebenfalls das Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Bei schlecht sitzenden Kronen oder Füllungen können sich unter den abstehenden, nicht reinigbaren Rändern vermehrt Bakterien ansammeln, die dann auch deutlich schneller zu einer tiefen Zahnfleischentzündung führen.


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