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Gesund und aktiv ein Leben lang!

Durch Spiele werden Kinder klug

Wie spielt man „richtig“?
Fitz: Es sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen. Nur ohne Leistungsdruck kann Spielen eine befreiende und fördernde Angelegenheit sein. Kinder dürfen sich auch anstrengen dabei, aber der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen. Eltern kennen die Leistungsgrenze ihrer Kinder meist sehr gut. Geht es im Spiel einmal darüber hinaus, bleiben Sie ruhig und gelassen. Sie zeigen Ihrem Kind so, ohne lange Erklärungen, dass es natürliche Grenzen gibt.

Wie kann man Kinder im Alltag spielerisch fördern?
Fitz: Lassen Sie Ihr Kind im Haushalt mithelfen, auch wenn es manchmal unbequem ist. Besteck sortieren, Tassen und Teller stapeln, auch das ist spielerisches Lernen. Viele Spiele kann man auch ohne Material unterwegs spielen, beispielsweise „Ich sehe etwas, was du nicht siehst“.
 
Ist es notwendig, immer wieder neue Spiele zu kaufen?
Fitz:
Das vielfältige Angebot ist zwar verlockend, aber traditionelle Spiele für drinnen und draußen genügen. Man benötigt oft nur einfache Materialien, die es in jedem Haushalt gibt. Für „Himmel und Hölle“ genügen Farbstifte und ein Blatt Papier, für „Stille Post“ oder „Ochs am Berg“ nur ein paar Mitspieler. Für Fingerspiele genügt ein wenig Phantasie. In der freien Natur gibt so viele Möglichkeiten: Auf Steinen balancieren, über Gräben springen, sich hinter Büschen verstecken. Besonders wertvoll: Raufen mit Papi oder Pferdchen spielen.

Gibt es Spiele, die besonders gut für die Entwicklung von Kindern sind?
Fitz:
Es gibt unzählige Spiele für jeden einzelnen Wahrnehmungsbereich. Doch jedes Kind ist einzigartig und jede Familie ist anders. Mir persönlich liegt der emotionale Bereich sehr am Herzen. Gefühle zeigen und erkennen, ist eine wichtige Eigenschaft für ein erfolgreiches Leben. Einfühlungsvermögen kann man schon im Kleinkindalter „lernen“. Das Erkennen und Deuten von Gesichtsausdrücken ist dabei Grundvoraussetzung.

Können Spiele dazu beitragen, dass Kinder lernen, ihre Gefühle besser auszudrücken?
Fitz:
Ratespiele machen immer Spaß. Gesichter, die verschiedene Gefühle wie Trauer, Überraschung, Ärger, Freude, etc.  zeigen können von den Kindern spielerisch gedeutet werden. Einfach nur Gesichter (Smilies) auf ein Blatt Papier zeichnen oder „so-tun-als-ob“ spielen. Eltern und Kinder spielen einander abwechslungsweise Gefühle vor. Auch das benennen der eigenen Gefühle ist sehr hilfreich. „Ich bin verärgert, weil das Auto nicht anspringt!“ „Ich mache mir Sorgen, wenn du zu nahe an der Straße spielst.“ So lernen Kinder den richtigen sprachlichen Ausdruck für Gefühle, die sie bei anderen wahrnehmen und können später ihre eigenen besser in Worte fassen.
 
Die Einschulung ist ein wichtiger Lebensabschnitt. Wie können Eltern ihre Kinder gut darauf vorbereiten?
Fitz:
Spielen ist die beste Vorbereitung. Liegen, hüpfen, feinen Sand sieben oder nur Bauklötze in Reih und Glied bringen – in allem findet sich Mathematik. Bleiben 4 Knöpfe immer 4 Knöpfe, egal wie man sie aufeinander legt? Diese Fragen beantwortet das Kind im spielerischen Alltag. Kippen Sie zu Hause einfach nur die Spielzeugkiste aus. Sortieren Sie diese gemeinsam mit Ihrem Kind, es lernt automatisch sortieren und klassifizieren. 

Wie erkennt man, ob sich ein Kind normal entwickelt? Kann man es gezielt unterstützen?
Fitz: Grundsätzlich ist ihre persönliche Einschätzung wichtig. Sie kennen Ihr Kind am Besten. Wenn Sie Fragen haben, geben KinderärztInnen oder Elternberatungsstellen gerne Auskunft. Auch die Kindergartenpädagogin weiß Bescheid. Lassen Sie sich von ihr Spiele empfehlen, die ihrem Kind besonders gut tun und Spaß machen.

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