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Gesund bleiben ist kinderleicht!

Fernseher und Computer machen lesefaul, dick und aggressiv

Verbote sind dabei wenig hilfreich, denn Kinder müssen den Umgang mit der Medienvielfalt lernen. „Achten Sie sowohl darauf, wie viel Ihr Kind fernsieht als auch darauf, welche Sendungen es sieht“, so Matt. Wichtig dabei ist, dass gerade jüngere Kinder nicht für längere Zeit alleine vor dem Fernseher sitzen.

Bis zum 3. Geburtstag kein Fernsehen
Für die Kleinsten hingegen ist Fernsehen gänzlich ungeeignet. „Bis zum dritten Lebensjahr sollten Kinder grundsätzlich nicht fernsehen. Die raschen Bildabfolgen und Szenen führen zu einer Reizüberflutung. Vieles, von dem was Kinder sehen, können sie zudem gar nicht verstehen“, betont Mag. Dr. Matt. Auch bei Computerspielen sollten Eltern auf eine altersgerechte Auswahl achten. “Kinder neigen dazu, Spiele zu bevorzugen, die für ältere Kinder sind. Sie fühlen sich dadurch „älter, größer, wichtiger“. Dennoch, die Altersbegrenzungen sind sinnvoll und entwicklungsangepasst“, betont Mag. Irene Fitz.

Vielseher sind schlechtere Schüler
Auch bei älteren Kindern sollten Eltern auf die Menge des Fernsehkonsums achten. Die Stiftung für Kindergesundheit empfiehlt bei 6 bis 9jährigen maximal  eine halbe Stunde
Fernsehen oder Computerspielen pro Tag, von 9 bis 12 Jahren eine Stunde und von 12 bis 15 Jahren maximal 1,5 Stunden. „Untersuchungen zeigen, dass Viel-Fernseher schlechtere Leistungen in der Schule erbringen“ erklärt Matt. aks Psychologin Mag. Irene Fitz rät zudem zwischendurch immer wieder einen medienfreien Tag einzulegen. „Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind täglich bewegt. Das kann beim Spielen im Freien oder auch beim Sport im Verein sein“, so die Gesundheitspsychologin.

Übermäßiger Medienkonsum hat Folgen
Eltern sollten darauf achten, wie viel ihre Kinder Fernsehen oder Computer spielen. „Wenn regelmäßig täglich mehr als vier Stunden dafür aufgewendet werden, spricht man von chronisch übermäßigem Medienkonsum“, betont Mag. Fitz. Besonders problematisch wird dies, wenn andere Aktivitäten zugunsten des Medienkonsums reduziert werden oder wenn die schulischen Leistungen schlechter werden. Wenn Kinder zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr zu viel fernsehen, kann das auch Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben. „Kinder, die in diesem Alter mehr als drei Stunden täglich vor dem Bildschirm sitzen, zeigten bei Untersuchungen eine deutliche Beeinträchtigung von kognitiven Fähigkeiten, wie Mangel an Konzentration, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis und Lesefähigkeiten“, warnt Mag. Dr. Matt.

Wer viel Computer spielt liest schlechter
Auch Mag. Fitz bestätig: „Kinder, die viel Fernsehen oder Computerspielen, sind schlechtere LeserInnen, dicker als ihre AltersgenossInnen, unaufmerksamer, aggressiver und neigen häufiger zu Gewaltanwendung und Delinquenz.“ Deshalb rät sie gerade bei Computerspielen zu klaren Regeln. „Computerspiele sind von den Herstellern bewusst so konzipiert, dass sie einen fortwährenden, starken Reiz darstellen, der von Kinder nicht ohne Unterstützung zu kontrollieren ist“, betont Fitz. Wenn Eltern hoffen, dass ihren Kindern dabei langweilig wird, täuschen sie sich. „Beim Spielen werden Botenstoffe, wie z.B. Dopamin ausgeschüttet, die ein Glücksgefühl erzeugen. Kinder sehnen sich nach diesem Wohlgefühl und wollen es wieder und wieder haben“, erklärt die Psychologin. Da diese Gefühle auch in sozialen Interaktionen oder beim entwicklungsbedingten Lernen von Neuem, beim Sport und beim Spielen mit Freunden entstehen, rät sie stattdessen zu mehr sozialen Kontakten.

Soziales Lernen statt vor dem Bildschirm sitzen
„Computer spielen oder Fernsehen völlig zu verbieten ist heutzutage unrealistisch. Im Medienzeitalter müssen Kinder einen vernünftigen Umgang diesen Geräten lernen“, so Matt. Dennoch ist weniger mehr. „Jede Minute, die Kinder vor dem Computer sitzen, versäumen sie das Spiel mit Gleichaltrigen, Bewegung draußen in der Natur, das Lernen in „realen“ sozialen Situationen. Die Fähigkeit, eigenständig, aktiv und kreativ die eigenen Lebensumwelt und Freizeitbeschäftigungen zu gestalten, kann nicht geübt werden“, betont Mag. Fitz und rät, diese wertvolle Zeit nicht vor dem Computer oder Fernseher zu verschwenden.


Factbox
Eltern-Tipps zum vernünftigen Umgang mit Fernseher und Computerspielen

1. Lassen Sie den Tagesablauf und die Freizeitaktivitäten nicht vom Computer oder Fernseher bestimmen.

2. Vereinbaren Sie feste Regeln in der Familie: Das schützt vor Streit und langwierigen Diskussionen. Besprechen Sie mit den Kindern, welche Spiele erlaubt sind und kontrollieren Sie die Vereinbarungen. Ein Wecker hat Signalfunktion und erleichtert die Umsetzung für alle. Vermeiden Sie Laptop und Fernseher im Kinderzimmer. Die Versuchung für Kinder ist sehr groß und die Kontrolle erschwert.

3. Planen Sie gemeinsame Computerzeit ein: Besonders im Vorschulalter benötigen Kinder viel Aufmerksamkeit. Lassen Sie sich die Spiele zeigen oder wählen Sie gemeinsam aus. Jüngere Kinder sollten überhaupt nicht alleine vor dem Computer sitzen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen genügt es, wenn Sie Interesse zeigen und auf die Einhaltung der Regeln achten.

4. Der Computerstandort ist idealerweise dort, wo sich die Familie aufhält. Der Bildschirm soll frei sichtbar sein. Dann haben Eltern Einblick in die Nutzung des Computers durch die Kinder.

5. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Inhalte der Computerspiele.
Fragen Sie nach, was ihrer Meinung nach der Zweck des Spieles ist, wie man zum Sieg kommt, was man dafür können muss, etc.

6. Kontrollieren Sie die Spiele auf dem Computer Ihrer Kinder. Dazu sind Sie als Eltern verpflichtet (Aufsichtspflicht!), das fällt nicht unter das „Briefgeheimnis“. Kinder und Jugendliche wünschen sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, auch wenn sie manchmal so tun, als ob sie genau das nicht wollen.

7. Setzten Sie Computer- und Fernsehnutzung nicht als Straf- oder Belohnungsmittel ein. Das erhöht grundsätzlich den „Stellenwert“ bei den Kindern.

8. Planen Sie bewusst computer- und fernsehfreie Tage oder Wochenenden ein, sonst gewöhnen sich Kinder an den alltäglichen Konsum.

 

 

Kontakt

aks Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin
Rheinstraße 61
6900 Bregenz
T 055 74 / 202 - 0
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