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Ihre Gesundheit steht an erster Stelle!

Babygeräte, Babyhilfen: Was ist nützlich? Was ist „Schrott“?

Ich erwarte in Kürze mein erstes Kind. Wo soll es idealer weise schlafen?
Morscher-Amann: Es soll zum Schlafen immer flach gelagert werden, d. h. in einem Stuben- bzw. Kinderwagen oder Bett. Ungünstig für den Rücken und speziell für den Nacken sind schräge Haltungen wie z. B. in einer Wippe.

Wieso ist dies ungünstig?
Morscher-Amann: Im Schlaf ist die Muskulatur entspannt. Das kennen ja auch wir Erwachsenen: Bei einem Nickerchen in sitzender Haltung kippt der Kopf zur Seite oder fällt nach vor, die Wirbelsäule wird in sich gestaucht. Beim Aufwachen spüren wir dann ein unangenehmes Ziehen und Kneifen.

Aber wenn mein Kind wach ist, ist dann eine Wippe nicht sinnvoll?
Morscher-Amann: Nein, keinesfalls! In den ersten Lebensmonaten ist die gesamte Rumpfmuskulatur noch nicht kräftig genug, um eine schräge oder aufrechte Position zu halten. Schiefhaltungen der Wirbelsäule können die Folge sein und eine Therapie notwendig machen. Zudem können wesentliche Entwicklungsschritte wie das Drehen vom Rücken auf den Bauch, das Spiel der Hände mit den Füßen (und so die Kräftigung der wichtigen Bauchmuskeln) und vor allem die Aufrichtung in der Bauchlage nicht stattfinden.

Man kann dem Baby darin aber eine interessantere Aussicht (z. B. beim Kochen) verschaffen.
Morscher-Amann: In einem Stubenwagen, den ich neben mich rücken kann, habe ich ebenfalls direkten Kontakt zu meinem Baby. Es interessiert sich in den ersten Monaten sowieso noch nicht wirklich für meine Tätigkeiten, sondern will die Nähe spüren.
Auch auf einer Krabbeldecke ist dem Kind nicht langweilig. Hier kann es sich frei bewegen und in seiner Bewegungsentwicklung entfalten. Legen Sie eine Isomatte unter, falls der Fußboden recht kalt ist. Kinder liegen auch gerne in einem „Nestchen“, das mit Hilfe eines Stillkissens in einer Ecke einer Couch gestaltet ist.

Viele Eltern genießen es sehr, ihr Baby bei sich am Körper zu tragen. Welche Anschaffungen sind da sinnvoll?
Morscher-Amann: Das Kind nahe bei sich zu tragen ist für Eltern und die Kleinen gleichermaßen ein Genuss. Wir KinderphysiotherapeutInnen empfehlen, das noch sehr kleine Kind möglichst liegend, z. B. in einem Tragetuch, zu tragen. Bauchtragesäcke, in denen die Babys aufrecht getragen werden, stellen für die Kleinen eine Überforderungen dar: Trotz einer eventuell zusätzlich stützenden Hand oder eines festen Rückenteils kann die noch instabile Wirbelsäule nicht gerade gehalten werden und bekommt bei jedem Schritt einen Stoß. Bis zum 6./7. Monat hat das Kind seine Muskulatur schon so gut trainiert, dass es in einem Tagetuch, seitlich auf der Hüfte des Tägers/ der Trägerin sitzend, gut getragen werden kann.

Für Wanderungen da gibt es doch diese Rückentragen?
Morscher-Amann: Sobald das Kind krabbeln und frei sitzen kann (dies ist mit ca. 10 Monaten der Fall), ist eine Rückentrage für kleine Wanderungen und Ausflüge im Gelände ideal. Wichtig ist beim Kauf auf eine gute Qualität zu achten, d. h. eine gute Polsterung der Riemen, breite Schulter- und Beckengurte. Bedenken sollte man auch, dass bei kalter Witterung keine Unterkühlung droht, an heißen Tagen bitte auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten!

Ab welchem Alter empfehlen Sie einen Kinderhochstuhl?
Morscher-Amann: Wenn das Kind am Boden frei sitzen kann. Ideal sind Hochstühle, deren Sitz- und Fußbrett sich verstellen und der Größe des Kindes anpassen lassen.

Was halten Sie von Laufställen?
Morscher-Amann: Laufställe (oder „Gehschulen“) können praktisch sein, wenn man das Kind kurz nicht beaufsichtigen kann, z. B. bei einem wichtigen Telefonat oder Verlassen des Raumes. Geräte aus Holz sind denen aus Maschennetz, denn ein Maschennetz instabil und das Kind kann im Netz hängen bleiben und sich verletzen.

Wie ist es mit dem „Lauflern“-Wagen? 
Morscher-Amann: KinderärztInnen und PhysiotherapeutInnen raten dringend von der Verwendung ab: Das freie Gehen wird verzögert erlernt, zudem sind die Geräte gefährlich.

Wo kann ich mich über Babygeräte und Babyhilfen beraten lassen?
Morscher-Amann: In den aks-Kinderdienststellen erhalten Sie die kostenlose Broschüre „Babyhilfen“, in der Sie wichtige Informationen zu diesem Thema finden.

Kontakt
aks Kinderdienste
Rheinstr. 61
6900 Bregenz
T 055 74 / 202-0
www.aks.or.at



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