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Gesund bleiben ist kinderleicht!

SIDS

Was versteht man unter SIDS?
Hächl: SIDS steht für „Sudden Infant Death Syndrome“ und ereignet sich ohne erkennbare Ursachen meist während des Schlafs im ersten Lebensjahr.

Welche Ursachen hat SIDS?
Hächl: Obwohl die eigentliche Ursache für den plötzlichen Säuglingstod nach wie vor ungeklärt ist, glaubt man heute, dass instabile Körperregulationen des Babys und Umgebungsfaktoren zu SIDS führen. Die medizinische Forschung hat gezeigt, dass durch die Vermeidung von Risikofaktoren SIDS verhindert werden kann.

Bei welchen Kindern besteht ein erhöhtes Risiko?
Hächl: Ganz allgemein sind Frühgeborene mit Komplikationen während der Schwangerschaft gefährdet, aber genauso Kinder, die ein geringes Geburtsgewicht hatten und während der Schwangerschaft Nikotin, Alkohol oder Drogen ausgesetzt waren. Auch Kinder aus Familien, wo SIDS bereits vorgekommen, gehören zur Risikogruppe.
 
Da SIDS meist während des Schlafs passiert, was sollte hier beachtet werden?
Hächl: Eine wichtige Rolle spielt die Schlafposition. Es ist ausschließlich das Schlafen auf dem Rücken in einem eigenen Gitterbett empfohlen. Geeignete Babyschlafsäcke verhindern, dass Bettdecken über das Gesicht rutschen. Als Unterlage soll eine feste, luftdurchlässige Matratze verwendet werden. Auf Kopfpolster, Stofftiere, Stoffwindeln im Gitterbett bitte verzichten.

Wie hoch soll die Temperatur im Schlafzimmer sein?
Hächl: Die Zimmertemperatur soll zwischen 18 und 20 Grad liegen. Passen Sie die Kleidung der Kinder an die Umgebungstemperatur an. Meist sind Kinder zu warm angezogen – ein dünner Pyjama oder Body im Schlafsack reicht meist aus. Auf Socken und Haube kann verzichtet werden. Das Gitterbett sollte einen Lattenrost haben, um Hitzestau und Überwärmung zu vermeiden. Die Temperatur im Nacken des Kindes sollte sich lauwarm anfühlen. Kühle Hände sind kein Anzeichen, dass dem Kind zu kalt ist. Sie können sich auch am Ausmaß der eigenen Bekleidung orientieren. 

Kann man SIDS vorhersagen?
Hächl: Nach derzeitigem Wissenstand ist es nicht möglich, den „bevorstehenden plötzlichen Säuglingstod" sicher vorherzusagen. Sehr wohl können aber Auffälligkeiten  während des Schlafes wie besonders lange Atempausen, Abfall der Sauerstoffsättigung des Blutes, zu hohe oder zu niedrige Herzfrequenzen etc. erkannt werden. Andererseits können aber auch Beobachtungen, die Sie bei Ihrem Baby gemacht haben und die Sie beunruhigen (vermehrtes Schwitzen, Atempausen, etc.) durch ein Facharztgespräch und einer Untersuchung in der SIDS-Ambulanz abgeklärt werden.

Was passiert bei einer notwendigen Abklärung genau?
Hächl: Mit einem speziellen Untersuchungsmonitor werden während des Schlafes Veränderungen von „Lebensfunktionen" erkannt. Über einen Zeitraum von mehreren Stunden erfolgt eine Aufzeichnung von Atmung, Herzschlag, Sauerstoffsättigung und verschiedenen anderen Messgrößen. Zu diesem Zweck sind Sensoren und Elektroden erforderlich, die am Körper befestigt werden.

Wie sieht es mit dem Thema Rauchen aus?
Hächl: Rauchen Sie unter keinen Umständen in der Schlafumgebung Ihres Kindes! Kinder aus Raucherfamilien haben ein nachgewiesenes höheres Risiko, am Plötzlichen Kindstod zu sterben. Auch sollten Sie es vermeiden, Nikotin in die Umgebung des Kindes durch Ihre Kleidung oder Haare „mitzubringen“. Jede Zigarette, die Eltern und Kind aktiv und passiv weniger konsumieren, reduziert das SIDS-Risiko.

Wie oft kommt SIDS vor?
Hächl: 2006 ereigneten sich österreichweit etwa 40 derartige Todesfälle. In Vorarlberg  konnte die letzten 10 Jahre durch das SIDS-Vorsorgeprogramm - unter anderem mittels Einsatz des Risikofragebogens - SIDS deutlich reduziert werden. In den letzten drei Jahren wurde kein eindeutiger SIDS-Fall nachgewiesen.



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