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Es ist nie zu spät für den ersten Schritt!

Kiesel – Ein Angebot für Kinder von Eltern mit seelischem Leiden

Psychosoziale Risiken, wie die psychische Erkrankung von Eltern können die Entwicklung des Kindes entscheidend beeinträchtigen. Kinder können mit sozialem und emotionalem Rückzug reagieren oder reagieren mit Parentifizierung (überfordernde „Eltern-Rolle“).

Die Arbeit in den Kieselgruppen findet auf der Grundlage des Resilienzgedanken statt, um die psychische Widerstandsfähigkeit der Kinder gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken zu stärken.

Kieselgruppen setzen auf die Peer-Group als moderierenden Faktor für die Kinder. Neben den familiären Beziehungen wirkt vor allem die Gleichaltrigengruppe. Je älter die Kinder, desto bedeutsamer die Peer-Group. Hier erfahren die Kinder und Jugendlichen, dass sie nicht die einzigen sind, die Eltern mit einer psychischen Erkrankung haben. Das ist ein wichtiger Moment, in dem sie die Angst vor Stigmatisierung und die damit verbundene Tabuisierung dieses Themas loslassen können. 

Als präventives Angebot orientiert sich die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen an deren Kompetenzen: Stärken stärken – Schwächen schwächen. Es geht um das Mobilisieren von Ressourcen. Die Resilienzforschung bestätigt, je besser Menschen die eigenen Ressourcen kennen und sich eigenaktiv handelnd verhalten können, desto leichter ertragen sie Belastungen. Für Kinder ist neben dem eigenen auch das elterliche Bewältigungshandeln bedeutsam. Sie werden entlastet durch Eltern, die sich selbstwirksam fühlen. Wer Hilfe holt, dem wird geholfen.

Neben dem spielerischen Moment, den die Kinder mit ihren Wünschen und Erfahrungen prägen, lernen sie in dieser offenen Atmosphäre, ihre Handlungsstrategien zu verbessern.
Wenn das eine nicht geht, muss man einen anderen Weg suchen. Bei dieser Arbeit werden die Kinder von einer psychiatrischen Fachärztin altersgerecht über die Krankheitsbilder der betroffenen Eltern informiert. Sie können Fragen stellen und erhalten so Informationen, die sie aus der Verantwortung – Schuld nehmen. Viele Kinder beziehen die Erkrankung ihrer Eltern auf ihr scheinbares Fehlverhalten. Sie glauben, dass sie durch ihr Verhalten, die Krankheit beeinflussen können. 

Das Kieselteam besteht aus MitarbeiterInnen der Sozialpsychiatrischen Dienste und den Kinderdiensten der aks Sozialmedizin GmbH. Diese Synergien bieten optimalen Zugang für nachbetreuende Angebote.

Kiesel bietet ambulante Angebote für 6-8 jährige, für 9-12 jährige Kinder und ein Jugendangebot für 13-17 jährige an. Offene Jahresgruppen finden monatlich in Bürs, Götzis,
Bregenz und Egg statt. Geschlossene Gruppen mit 10 Einheiten werden, je nach Nachfrage, örtlich flexibel angeboten. Der Zugang zum Kieselangebot ist über die aks Stellen in Götzis, Bürs und Dornbirn mit einem Reha-Schein möglich. Für PatientInnen des LKH-Rankweil gibt es eine Kieselelterngruppe, die 14-tägig Dienstagnachmittag im Hause stattfindet.
Hier erhält man Beratung und Information zum Thema.

Kontakt

aks Sozialmedizin
Sozialpsychiatrische Dienste
Bahnhofstraße 26/3
6850 Dornbirn
T 055 74 / 202 - 4410
E-Mail

 

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