Psychopharmakotherapie im Kindes und Jugendalter
Gegenüber der Psychopharmakotherapie bei Erwachsenen ergeben sich im Kindes und Jugendalter einige Besonderheiten.
Zum einem gibt es abhängig vom Entwicklungsstadium Unterschiede in der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik, wodurch Dosisempfehlungen aus dem Erwachsenenalter nicht ohne weiters auf diese Patientengruppe übertragen werden dürfen. Zum anderen liegen in den meisten Fällen keine Zulassungen der Arzneimittel bei fehlender Studienlage für diese Altersgruppe vor. Dies bedeutet, dass die Kinder und Jugendpsychiatrische Pharmakotherapie überwiegend in einem Off lable Gebrauch zum Einsatz kommt und dieser Umstand mit den Eltern bzw. Obsorgeträgern umfassend bezüglich Wirkung, Nebenwirkung, und Unterschiede zur zugelassenen Substanz (z.B. Haloperidol vs. Aripripazol) besprochen wird.
Die Entscheidung für eine medikamentöse Behandlung ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Schweregrad der Symptomatik, Wissen über den Verlauf der Erkrankung, aktuelle und zu erwartende Beeinträchtigung der normativen Entwicklung und mögliche Einschränkungen der sozialen Integration.
Dr. Maria Veraar, FÄ für Kinder und Jugendpsychiatrie, Stellenärztin aks Kinderdienste Feldkirch