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Psychosomatische Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen

Was heißt Psychosomatik?
Körperliche Reaktionen auf seelische Belastungen kennt jeder: Ein mulmiges Gefühl im Bauch, Herzklopfen, schweißnasse Hände, Kopfschmerzen, häufigen Harndrang oder den Kloß im Hals sind Phänomene. Diese Verhaltensmuster sind Teil der normalen menschlichen Reaktionen.

Entstehung

Die Entstehung  ist ein höchstkompliziertes Zusammenspiel von bio-psychosozialen Faktoren. Es gibt biologische Ursachen, die zu einer erhöhten Empfindlichkeit und Anfälligkeit für psychische und psychosomatische Störungen führen (z.B. genetisch programmiert oder durch frühe Hirnschädigungen bedingt). 
Wenn eine solche vermehrte Verletzlichkeit vorliegt, können spätere Lebensereignisse und Erfahrungen zur seelischen Überlastung und auch zu  psychischen oder psychosomatischen Beschwerden führen. Das soziale und das emotionale Umfeld spielen hier eine weitere wichtige Rolle.

Auslöser im Kindes- und Jugendalter sind

  • Partnerschaftskonflikte
  • Lange und frühe Trennungen von der Hauptbezugsperson
  • Probleme in Kindergarten/Schule
  • Konflikte zwischen Eltern und Kind
  • Aggressiver oder sexueller Missbrauch
  • Psychische/psychiatrische Störungen der Mutter/ des Vaters
  • Schwere körperliche Erkrankungen eines Elternteils
  • Chronisch kranke Geschwister sowie
  • Überforderung/Überlastungen allein erziehender Eltern u.a.


Psychosomatische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
Die körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten befinden sich bei Kindern in Entwicklung.  Eine auftretende Symptomatik muss anhand des Entwicklungstandes und der individuellen Verwundbarkeit (Vulnerabilität) betrachtet werden. Auch der Umgang mit psychisch belastenden Situationen muss beachtet werden.  So kann eine Schulangst eines Kindes weit reichende Konsequenzen haben , wenn sie dazu führt, dass das Kind den sozialen Anschluss an die Klassengemeinschaft und an den Lernstoff verliert.

Die Behandlung von psychosomatischen Störungen ist bei Kindern und Jugendlichen individuell angelegt. Sie sollte neben Ausprägung und Schweregrad der psychosomatischen Symptomatik und deren Ursache den Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen, seine persönliche Lebenssituation, die Familie und insbesondere die Eltern einbeziehen.

Die Behandlung kann meist ambulant ohne stationären Aufenthalt erfolgen. Eine fachärztliche Abklärung ist unabdingbar. Die bedeutsamste Behandlungsmethode ist die Psychotherapie. Dabei sind spielerische und kreative Zugänge bei Kindern ein wichtiger Teil der Behandlung. Die familientherapeutische Methode ist zur Analyse der Familiendynamik ebenfalls dienlich.

Wenn psychosomatische Beschwerden als körperliche verkannt werden, kann es im ungünstigsten Fall zu nebenwirkungsreichen und schädigenden Fehlbehandlungen der Körpersymptome kommen. Bei Nicht-Erkennen besteht die Gefahr gravierender psychischer Störungen.



 

 

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