Stillen
Je nach individueller Entwicklung des Kindes kann ab dem 5. Lebensmonat, nicht aber vor der 17. Lebenswoche, mit Beikost begonnen werden. Es wird empfohlen auch nach der Einführung der Beikost weiterzustillen. Dem Stillen kommt während der Einführung glutenhaltiger Getreidesorten -der Kontakt mit diesem Eiweißbaustein wird zwischen Anfang des 5. und 7. Monats empfohlen- eine besondere Bedeutung zu. So belegen Studien, dass ein Weiterstillen zur Vorbeugung von Zöliakie, Weizenallergie und Diabetes Typ I beiträgt.
Möchte oder kann eine Mutter nicht stillen, ist eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung die beste Alternative. Als Anfangsnahrung eignen sich Milchen mit der Vorsilbe Pre. Diese werden auf der Basis von Kuhmilch hergestellt und enthalten ebenso wie die Muttermilch nur Milchzucker. Im Anschluss können Nahrungen mit der Ziffer 1 gegeben werden. Diese enthalten zusätzlich zum Milchzucker noch Stärke und sind daher sämiger und sättigender. Folgemilchen mit den Ziffern 2 oder 3 enthalten noch andere Kohlenhydrate wie z.B. Zucker und sind der Muttermilch immer unähnlicher. Da sie für den Säugling keine gesundheitsfördernden Vorteile bieten, muss eine Umstellung auf diese nicht erfolgen.
In den ersten sechs Lebensmonaten erhält ein Säugling durch Muttermilch oder eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung also alles, was er für seine körperliche und geistige Entwicklung braucht.
Dennoch sollte das Stillen gefördert werden, denn es bietet viele Vorteile für Mutter und Kind.
• Der Nährstoffgehalt der Muttermilch ist den Bedürfnissen des Säuglings genau angepasst. Sie enthält alles, was das Baby für eine optimale Entwicklung braucht.
• Das Kolostrum enthält viele Abwehrstoffe und ist daher für die Grundimmunisierung von besonderer Bedeutung.
• Muttermilch fördert die Bildung einer positiven Darmflora des Säuglings, sodass Darm-Infektionen vorgebeugt werden.
• Durch die Entwicklung einer förderlichen Darmflora beugt Stillen auch Allergien vor. Deshalb wird es gerade bei allergiegefährdeten Kindern zur Allergieprävention empfohlen.
• Das Saugen an der Brust fördert die Entwicklung des Kiefers und beugt Zahnfehlstellungen vor.
• Stillen fördert auch die Gesundheit der Mutter: die Gebärmutter bildet sich schneller zurück und evtl. wird Brust- und Eierstockkrebs vorgebeugt.
• Stillen fördert die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.
• Muttermilch ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei und hat eine optimale Trinktemperatur.
• Das Essverhalten der Mutter beeinflusst die spätere Geschmacksentwicklung des Kindes sowohl während der Stillzeit als auch schon im Mutterleib. Aus diesem Grund sind gestillte Kinder empfänglicher für neue Lebensmittel und Speisen.
Broschüren zum Thema Stillen und Beikost stehen auf der aks Homepage zum Download zur Verfügung.
Bei Fragen rundum das Thema Stillen und Beikost steht die Vorarlberger Stillhotline der aks Gesundheitsvorsorge GmbH täglich von 8:00 - 20:00 Uhr unter der Nummer 0664 / 151 2000 kostenlos zur Verfügung. Diese wird von qualifizierten Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC betreut.
