Veranstaltungsreihe zum besseren Verständnis von psychischen Erkrankungen
Trialogischer Austausch bedeutet, dass Menschen, die von einer seelischen Erkrankung betroffen sind, deren Angehörige und mit der Thematik befasste Fachleute sich auf gleicher Augenhöhe austauschen und alle Teilnehmer ihr Wissen gleichberechtigt einbringen können. Dieser Ansatz entstand aus der Not heraus, dass früher weder Betroffene noch Angehörige Gehör für ihre Anliegen und ihr Wissen als Experten in eigener Sache fanden.
„Experte“ der eigenen Krankheit werden
Psychoedukation soll Betroffenen von psychischer Krankheit und deren Angehörigen Informationen über die Erkrankung aus der Sicht von Fachleuten vermitteln. Dazu gehören sowohl Informationen über Symptome, Ursachen, Diagnostik und Verlauf aber auch Wissensvermittlung über Behandlungsmöglichkeiten, Krisenpläne und vieles mehr. Ziel der Psychoedukation ist es, „Experte“ der eigenen Krankheit oder der Krankheit eines Angehörigen zu werden.
Vorurteile und Ängste
Gerade im Umgang mit psychiatrischen Erkrankungen verhindern Vorurteile, Halbwissen und auch irrationale Ängste häufig eine ausgewogene und individuell abgestimmte Therapieentscheidung und eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Da es Betroffenen und Angehörigen oft sehr schwer fällt die Diagnose „psychische Störung“ zu akzeptieren, hat Psychoedukation auch die Funktion, zur Entstigmatisierung psychischer Störungen beizutragen und Barrieren zum Aufsuchen einer Behandlung oder Betreuung abzubauen.
Kompetent entscheiden können
Betroffene und Angehörige sollen befähigt werden bei Behandlungs - und Betreuungsvereinbarungen kompetent mit zu entscheiden. Dazu bedarf es neben der Psychoedukation vor allem auch der organisierten Selbsthilfe von Betroffenen und Angehörigen und dem gleichberechtigten trialogischen Austausch mit dem Ziel notwendige Verbesserungen zu verwirklichen.
Die veranstaltenden Organisationen schaffen mit dieser Reihe einen Rahmen für einen trialogischen Austausch und vermitteln gleichzeitig Informationen für Betroffenen und Interessierte.
Veranstaltungen 2012
• „Wunde-Wandel-Wiedererstarken“, „Recovery“ beschäftigt sich mit der Gesundung bei
psychischen Erkrankungen
7. Februar 2012, Referentin: Gaby Rudolf, Psychologin, Pro Mente Sana, Schweiz
• Arbeit und Arbeitsplatz
13. März 2012, Hans Geser, Diplomsozialarbeiter, aks Egg
Mag. (FH) Bernhard Felder, „Dafür“, Arbeitsassistenz
• Sozialpsychiatrie heute
10. April 2012; Referent: Thomas Struber, aks Sozialpsychiatrie, Bereichsleiter
• Stigma….Drehen wir uns im Kreis?
8. Mai 2012, Referent: Sigrid Steffen, Vorsitzende der HPE Salzburg
• Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie
12. Juni 2012, Referent: Univ.-Prof. Dr. Ullrich Meise, Universitätsklinik Innsbruck
• Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie – ein Widerspruch?
10. Juli 2012, Referent: Dr. med. Dipl. theol. Michael Tischinger, Chefarzt der Adula Klinik
in Oberstdorf
Alle Veranstaltungen finden im Impulszentrum Egg statt.
Moderation: Ariel Lang
Der Eintritt ist frei
