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„Kinderängste“

Das Angstempfinden ist je nach Veranlagung, Vererbung, Erziehung und Umwelt von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. Auch die erworbenen Strategien im Umgang mit Angst spielen eine Rolle. Übersteigerte und oft überwältigende Angst ist für ein gutes Leben hinderlich. Sie vermittelt ein Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Jede Entwicklungsphase ist mit Anforderungen und auch Unbekanntem Angst machendem verbunden. Im Unterschied zu einer Angststörung beeinträchtigen sie den Alltag nicht maßgeblich.

Je nach Alter des Kindes zeigen sich Ängste unterschiedlicher Art. Im Säuglingsalter ist dies vor allem der Körperkontaktverlust. Geht dieser Kontakt verloren bauen sich massive Ängste auf. Intensiver Körperkontakt und totale Bedürfnisbefriedigung sind sehr wichtig.
Die Achtmonatsangst zeigt, dass der Säugling zwischen vertrauten und nicht vertrauten Menschen unterscheiden kann.
Im Kleinkind und Kindergartenalter sind dies vor allem Trennungsängste.
Im ersten Lebensjahr löst sich das Kind durch krabbeln und gehen von der Mutter, der Bezugsperson. Dies ist ein erster Schritt in die Eigenständigkeit und oft mit Unsicherheit und Trennungsangst verbunden.
Ab dem 3. Lebensjahr kann auch die Angst vor dem Alleinsein, welche als Urangst gilt und der Trennungsangst zugrunde liegt, sich zeigen.
Zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr tritt oft die Angst vor dem Dunkeln auf. Das Dunkle steht für das Unsichtbare und Unbekannte. So sind Geräusche und Schatten unheimlich, da sie sich nicht zuordnen lassen.

Irreale Wesen wie Geister, Monster, Hexen, Gewitter, Blitz usw. machen Angst. Kinder erleben etwas, was sie noch nicht verstehen können. Sie begreifen ihre eigene Verletzlichkeit und haben Angst vernichtet zu werden. Diese Ängste werden der Phase des Magischen Denkens zugeordnet.

Im Grundschulalter können Kinder die Welt nun auch mit dem Denken erfassen. Sie sind selbständiger geworden und erweitern ihren Radius. Die Angst vor Tod, Krankheit, Umweltkatastrophen, Leistungsangst, Schulangst und Versagensangst können hier auftreten.

Hilfreich zur Angstbewältigung sind Geschichten und Märchen, sowie Malen, um Ausdruck zu finden, was sich noch nicht in Worte fassen lässt. Rollenspiele sind auch eine Möglichkeit Ängste zu verarbeiten.

Wird das Kind ermutigt die Angst zu zeigen, statt zu verleugnen, z.B. mit der Unterstützung „Ich bin bei dir“ ist dies hilfreich.

 

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