Chancen der Frühförderung: Kindergartenvorsorgeuntersuchung in Vorarlberg
Seit Herbst 2005 wird die „Kindergartenvorsorge Neu“ in den Vorarlberger Kindergärten durchgeführt. Durch standardisierte Beobachtungen können Entwicklungsverzögerungen und –risiken wie Teilleistungsschwächen und Schwierigkeiten in der Sprache, der sozialen Kompetenz und anderen Bereichen bei vier- und fünfjährigen Kindern deutlich früher erkannt werden. Eingesetzt wird ein Verfahren zur Prüfung der sprachbezogenen Wahrnehmungsfähigkeit, das schon in Finnland zu den guten Ergebnissen in der PISA Studie geführt hat (Differenzierungsproben nach Breuer und Weuffen). Der kindliche Entwicklungsstand wird durch den Vorarlberger Beobachtungsbogen (VBB) erfasst.
Jährlich werden über 4000 Kinder im Kindergartenalltag über einen festgesetzten Zeitraum beobachtet und gefördert. KindergartenpädagogInnen leisten hier wertvolle Arbeit und die landesweit umgesetzten Fördermaßnahmen zeigen Wirkung. Die Ergebnisse nach zwei Jahren "Vorsorge neu" sprechen für sich:
Ergebnisse aus der Nachbeobachtung im 2. Kindergartenjahr
Waren im 1. Kindergartenjahr (2006) noch 28 % der Kinder in der optisch-graphomotorischen Differenzierung (Symbole erkennen und nachzeichnen) verzögert, verringerte sich dieser Anteil im 2. Kindergartenjahr (2007) auf 14 %. Ähnliche Ergebnisse zeigen die Bereiche Aussprache, sprachmusikalische oder rhythmische Unterscheidungsfähigkeit sowie die akustisch phonematische Differenzierung (hören und unterscheiden von Lauten). Die signifikanten Verbesserungen wirken sich unter anderem auf die Empfehlung zum Arztbesuch aus, der von 9,3 % auf 3,8 % verringert werden konnte.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die gezielte Förderung der Kinder bewährt hat. Durch den Einsatz standardisierter Entwicklungsbögen und neuer Fördermaterialien konnten KindergartenpädagogInnen ihre pädagogischen Fachkenntnisse vertiefen. Die Einbindung der Eltern in den Förderprozess durch konkrete Anregungen für den Spielalltag zuhause wirkt sich ebenfalls positiv aus. Die standardisierte Erfassung des Entwicklungsstandes eines Kindes erleichtert außerdem gezielteres Zuweisen der „richtigen“ Kinder zu den „richtigen“ Diagnosestraßen und Anschlussheilverfahren. Um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen und auch künftig in der Lage zu sein, das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder früh zu erkennen und bestmöglich zu unterstützen, gibt es gezielte Bestrebungen, die frühzeitige Sprachförderung weiter auszubauen und zu verbessern.
Mehr zu den Ergebnissen der Kindergartenvorsorge sowie eine Gegenüberstellung der Ergebnisse 2006/2007 unter www.aks.or.at
