Die kindliche Stimme- Stimmhygiene
Eine dauerhafte Überlastung und falsche Anwendung der Stimme können zu falschen stimmlichen Angewohnheiten führen und schlussendlich in einer Störung und Beeinträchtigung der Stimme enden. Vorbeugen kann man mir der so genannten Stimmhygiene. Darunter versteht man die Entwöhnung vom negativen und dadurch schädigenden Stimmgebrauch sowie das konsequente Einsetzen von Maßnahmen, die stimmschonend wirken.
Sprechen ist sehr individuell
Sprechen ist sehr individuell und abhängig von Temperament und Charakter einer Person. Wichtig ist langsames und ruhiges Sprechen mit Sprechpausen. Zu schnelles und pausenloses Sprechen können zu einer veränderten Atmung führen, welche die Stimme beeinträchtigen kann.
Schreisituationen vermeiden
Schreisituationen sollten vermieden, aber nicht verboten werden. Stattdessen können Bezugspersonen den Kindern individuelle Konfliktlösungen anbieten, z.B. Argumentieren statt schreien oder pfeifen statt zurufen. Darüber hinaus haben Eltern und andere Bezugspersonen auch beim Sprechen eine wichtige Vorbildfunktion, da Kinder Vieles unbewusst nachahmen.
Singen
Beim Singen spielt neben der Lautstärke auch die Tonhöhe eine wesentliche Rolle. Zu hohes und zu tiefes Singen ist für die Stimme schädlich, da diese Töne oft mit viel Anstrengung gebildet werden und so eine gepresste Stimmgebung entstehen kann. Außerdem sollten unnötige Nebengeräusche möglichst im Alltag reduziert werden, z.B. im Auto das Radio beim Sprechen ausschalten.
Räusperzwang
Bei deutlich spürbarem Räusperzwang sollte dieser unterdrückt werden, da Räuspern zu einer Schädigung der Stimmlippen führen kann. Eine ideale Alternative stellt das Summen auf „mmh“ dar, außerdem ist ein Schluck lauwarmes Wasser oft hilfreich. Eine Erholung für die Stimme ist auch das herzhafte Gähnen.
Flüstern ist schädlich
Vielen ist es nicht bekannt, dass Flüstern für die Stimme schädlich ist. Vor allem bei Heiserkeit sollte man es unterlassen, da die Stimmlippen beim Flüstern einer starken Anstrengung ausgesetzt sind. Bei Heiserkeit ist es wichtig, dass man möglichst wenig und mit normal lauter Stimme spricht. Zudem hat das Rauchen in Gegenwart des Kindes eine negative Auswirkung auf die Stimmqualität, da auch das Passiv-Rauchen die Schleimhäute massiv angreift.
Eine Beeinträchtigung der Stimme kann durch lang anhaltende Heiserkeit, die teilweise von Räusperzwang begleitet ist, auffallen. Besteht diese Heiserkeit länger als zwei bis drei Wochen, sollte ein HNO-Arzt/HNO-Ärztin konsultiert werden.
Von Nicole Gstir und Sabine Riedmann, Logopädinnen aks-Kinderdienste