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Hurra ich bekomme ein Geschwisterchen!

Kleine Kinder haben meist die Vorstellung, dass das neugeborene Kind ein willkommener Spielpartner sein wird.  Bei Ankunft des Geschwisterchens  wird diese Vorfreude jedoch rasch getrübt, wenn sich herausstellt, dass das Neugeborene kein/e sofortige/r Spielgefährtin/Spielgefährte sein wird. Das neue Familienmitglied ist dann erst einmal ein lästiges Wesen das viel Raum ergriffen hat. Es erhält viel Zuwendung, schreit  und braucht jede Menge Zeit von den Eltern. Zeit, die für die älteren Geschwister fehlt.

Kampf um Aufmerksamkeit
So kann schnell eine Rivalität zwischen den Geschwistern entstehen. Das ältere Kind will nun auch vermehrte Aufmerksamkeit und Zuwendung, weil große Unsicherheit in der eigenen Entwicklung eingetreten ist. Das Kind hat das Gefühl, dass es nun die Anerkennung und Liebe der Eltern erkämpfen muss. In manchen Fällen kommt es bei Geschwistern zu einer so großen Verunsicherung, dass erneutes Einnässen und Einkoten und die Flasche verlangen sind oft die Folge sind. Der Grund dafür ist, dass das ältere Geschwisterchen alles haben möchte, was das Baby bekommt.

Babys nerven
Schreien, jammern und quengeln des Babys nerven das Geschwisterchen. Hier gilt es auf das Verhalten des Kindes zu achten, denn Kinder sind einfallsreich, wenn es darum geht, lästige Dinge auf ihre Weise abzuschaffen. Den Mund des Babys  mit Klötzchen zu füllen, oder mit einem Kissen den Lärm zu dämpfen bringt Ruhe. 
Lernt das Kind den Umgang mit Neid und Rivalität, entwickelt es sich. Auch dadurch werden  Personen zu dem, was sie sein möchten.

Zeit nehmen
Wichtig ist, auch für die älteren Kinder ausreichen Zeit zu haben. Wenn dem älteren Kind Kuschel- und Lesezeiten eingeräumt werden und vor allem auch Zeit mit einem Elternteil alleine wird die Situation rasch wieder entspannter. Ein Ausflug mit dem Papa kann Wunder wirken. Eine sehr zentrale und wichtige Rolle, da sie sowohl unterstützend für die Mutter und das Neugeborene, wie auch für die älteren Geschwister sind. Väter können sich um die älteren Kinder kümmern, denn dies erleichtert allen den Umgang miteinander und das entthronte Kind kann gut lernen mit der neuen Situation umzugehen. Zudem wird das Verhältnis zwischen Vater und Kind noch inniger.

Kindergarten-Streik
Manchmal wollen Kinder nicht mehr in den zuvor besuchten Kindergarten. Dies ist als Verunsicherung zu werten. Nach ein paar Tage zu Hause, um die Wichtigkeit der eigenen Person zu prüfen, geht das Kind meist gerne wieder in den Kindergarten. Der Sicherheitsspeicher ist vorläufig wieder aufgefüllt. 

Große Geschwisterrivalitäten
Nicht alle Geschwisterbeziehungen sind gleich konfliktbeladen. Besonders groß ist die Rivalität bei gleichgeschlechtlichen Geschwistern, vor allem männlichen. Auch altersmäßig eng beieinander liegende Geschwisterpaare haben es manchmal nicht einfach miteinander. Der Grund dafür ist, dass sich Geschwister ständig untereinander vergleichen: in Bezug auf das Aussehen, Eigenschaften und Fähigkeiten und weil sie so häufig miteinander zu tun haben. So empfindet manchmal nur ein Geschwisterteil Rivalität, dem anderen fällt dies gar nicht auf.

Marlies Matt, Psychologin und Stellenleiterin der aks Kinderdienste Bregenz


 

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