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Suizidbericht Vorarlberg 2006

„Vorarlberg liegt 2006 bei der Suizidrate (Suizide/100.000 Einwohner) mit einem Wert von 10,2 deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von 15,6“ ist Lsth. Mag. Markus Wallner mit diesem positiven Trend zufrieden. „Wir haben damit heuer das WHO-Ziel von einer Suizidrate von 15 deutlich unterschritten.“ Die höchste Suizidrate in Österreich weisen, wie schon in den vergangenen Jahren, die Bundesländer Kärnten und Steiermark auf.

Mehr Suizidfälle als Verkehrstote
Trotz der deutlich geringeren Suizidzahlen waren auch im vergangenen Jahr weitaus mehr Suizidopfer als Verkehrstote zu beklagen. Während die Suizidzahlen in den letzten Jahren immer wieder geschwankt haben, ist die Zahl der Verkehrstoten in diesem Zeitraum gleich geblieben. 2006 starben in Vorarlberg 26 Menschen im Straßenverkehr.

Schwierige Erklärung
Die vorliegenden Zahlen entkräften die Befürchtungen des vergangenen Jahres, dass Vorarlberg auf eine „Suizidwelle“ wie in den 80er Jahren zusteuern könnte. „Wir hatten letztes Jahr offen gelassen, ob es sich bei der deutlich gestiegenen Suizidzahl um einen statistischen Ausreißer oder um eine Trendwende handelt“, so Prim. Dr. Albert Lingg. „Dieses Mal haben wir ähnlichen Erklärungsnotstand, nur eben im anderen Sinne.“

Längerfristige Trends
Verlaufsstatistiken und der Blick in andere Regionen zeigen, dass derartige „Sprünge“ von Jahr zu Jahr immer wieder und überall zu beobachten sind. „Deshalb ist das Beobachten der längerfristigen Entwicklungen umso wichtiger“, betont Prim. Dr. Reinhard Haller. Hier zeigt sich für Vorarlberg, ebenso wie für Österreich und die deutschsprachigen Nachbarländer ein äußerst positiver Trend. Seit  den 80er Jahren konnte fast eine Halbierung der Suizidziffern erreicht werden, obwohl in den letzten 20 Jahre verschiedenste Entwicklungen eingetreten sind, welche den Entschluss zum Suizid erleichtern. „Das zunehmend mehr in Frage gestellte Tötungstabu, die wachsende Zahl suchtkranker, alter und hoch betagter, depressiver und entwurzelter Menschen sind Faktoren, die für Suizide verantwortlich sein können“, betont Prim. Lingg. „Deshalb müssen protektive Maßnahmen greifen, die dem entgegen wirken.“

Empfehlungen
„Trotz der heuer äußerst positiven Zahlen warnen wir davor, dem Suizidthema weniger Aufmerksamkeit zu widmen“, erklärt Prim Dr. Reinhard Haller.
„Wichtig ist, für die Bevölkerung ein Signal zu setzen, welchen Beitrag sie zur Verhinderung von Selbsttötungen leisten kann.“
Eine Vertiefung der Diskussion und ein Austausch mit in psychosozialen Diensten Tätigen findet im Rahmen der 1. aks-Tagung „Suizdprävention“ am 16. November im Kulturhaus in Dornbirn statt.

Hier finden Sie den Suizidbericht 2006 zum Download.

 

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