Login für Fachleute

Noch keinen Zugang für den "Mein aks" Partnerbereich? Jetzt registrieren

aks Ombudsmann

Der Ombudsmann ist für Sie da bei Anliegen, die Sie nicht am aks-Standort besprechen möchten.

  • Kritik, Anregungen und Wünsche zu den aks-Dienstleistungen

Ihre Anfragen werden auf Wunsch anonym behandelt.

Kontakt

Karl Huber

+43 (0)55 74 / 202 - 2020

<b>Gesundheitsforschung in Vorarlberg Fortsetzung</b>

Gesundheitsforschung in Vorarlberg Fortsetzung

Lingenauer Gesundheitstage Hanno Ulmer

Wie bereits im letzten Interview mit Herrn Prim. a.D. Dr. Hans Concin erläutert, findet die Gesundheitsforschung in der aks gesundheit GmbH international immer mehr an Beachtung. Heute gewährt uns Herr ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Hanno Ulmer einen noch tieferen Einblick in die Wissenschaft der aks sowie in deren Gesundheitsdatenbank. Die Kosten werden von der Vorarlberger Landesregierung und der Gebietskrankenkasse getragen.

 

Wie lange arbeiten sie bereits mit den wissenschaftlichen Daten der aks?

Professor Ulmer: Ich erinnere mich noch gut an das erste Gespräch mit Primarius Hans Concin im Dezember 1994. Hans Concin hat mich angerufen und gemeint, dass die aks einen Biostatistiker für die Auswertung ihrer wissenschaftlichen Daten sucht. Ich war damals sehr erstaunt, wie sorgfältig und genau und wie lange schon (seit 1972) die aks seine Vorsorgeprogramme dokumentiert.

 

Haben Sie bereits damals das große wissenschaftliche Potential dieser Daten erkannt?

Professor Ulmer: Ehrlich gesagt nein. Das Daten aus Vorsorgeuntersuchungen interessant sind, habe ich damals bereits gedacht, dass man diese Daten allerdings so gut publizieren kann, und dass sie einmal einen wichtigen Beitrag zur internationalen Literatur leisten werden, an das habe ich damals nicht gedacht.

 

Welche wissenschaftliche Arbeit hat den Startschuss bedeutet?

Professor Ulmer: Das war sicherlich eine Arbeit über Risikofaktoren für Herzerkrankungen, publiziert im European Heart Journal 2003. Diese Arbeit wurde auf Anhieb von dieser bis heute wichtigsten europäischen Zeitschrift im Herzkreislaufbereich angenommen.

 

Das ist eine englischsprachige Fachzeitschrift?

Professor Ulmer: In den medizinischen Wissenschaften wird heutzutage nur mehr in englischer Sprache publiziert. Dies gilt selbst für die altehrwürdige Wiener klinische Wochenschrift, in der wir auch mehrere Artikel veröffentlicht haben. Das Problem damals, wir mussten einen englischsprachigen Namen für die Vorarlberger Gesundenuntersuchungen erfinden. Wir nannten das neue Kind etwas sperrig “Vorarlberg Health Monitoring and Promotion Programme.  (VHM&PP)“. Der lange Name passt ganz gut, die aks hat bis heute einer der weltweit größten Datensammlungen zum Thema Vorsorgemedizin.

 

Welches waren Ihre wichtigsten Publikationen mit den aks Daten?

Professor Ulmer: Das ist schwer zu sagen. Ich bin an weit über 100 Publikationen mit den aks Daten beteiligt. Nimmt man den Zitationsindex als Maßstab, dann gehören sicher die Kooperationsarbeiten mit der Universität Cambridge, dem Imperial College London und der Harvard University in Boston zu den wichtigsten Arbeiten. Die Metaanalysen zu Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker wurden teilweise bis zu 1000 mal zitiert (in anderen wissenschaftlichen Publikationen aufgenommen und weiterverarbeitet). Zu den bedeutensten “Eigenproduktionen” gehören sicherlich die Arbeiten zum Leberwert Gamma-Glutamyltransferase und zur Harnsäure. Kürzlich haben wir mit den aks Daten eine schöne Arbeit zum Unterschied zwischen Männern und Frauen bei Herzerkrankungen gemacht.

 

Haben Männer ein höheres Herzinfarktrisiko als Frauen?

Professor Ulmer: Insgesamt, über den gesamten Altersbereich, nein. Aber Männer haben das deutlich höhere Herzinfarktrisiko im jungen Alter. Unter 50 Jahre ist das Verhältnis fast 3:1 zu Lasten der Männer. Wir konnten in unserer Arbeit mit einer neuen statistischen Methode zeigen, dass der niedrigere Blutdruck der Frauen in dieser Altersgruppe der ausschlaggebende Grund ist. Es gibt auch einen deutlichen, geschlechtsspezifischen Unterschied beim Cholesterin. Frauen im Alter von unter 50 Jahren haben im Mittel niedrigere Cholesterinwerte wie Männer.

 

Rauchen spielt keine Rolle?

Professor Ulmer: Natürlich! Zigarettenrauchen ist ein starker Risikofaktor für Herzerkrankungen. Nicht so stark wie für Lungenkrebs, aber Herzerkrankungen sind ja wesentlich häufiger. Bezüglich des Geschlechtsunterschiedes ist es leider so, dass Frauen in den letzten Jahrzehnten beim Rauchen stark aufgeholt haben.   

 

 

Sie leiten das Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie an der Medizinischen Universität Innsbruck, sind aber gebürtiger Vorarlberger?

Professor Ulmer: Ich bin in Dornbirn Haselstauden aufgewachsen, habe das BG Dornbirn in der Realschulstraße besucht und bin dann nach dem Studium in Innsbruck an der Universität hängen geblieben. Die wissenschaftliche Kooperation mit der aks in Bregenz hat mich als gebürtigen Vorarlberger daher immer besonders gefreut.

 

Eine Fortsetzung mit Frau Prof. Dr. Gabriele Nagel (wissenschaftliche Leitung VHM&PP) folgt.

 

 

Veröffentlicht am:
09. Feb. 2017
Themengebiete:
Informationsart:
Tags:

Weitere Artikel zum Thema

aks_gesund
15. Dez. 2016

Vorsorgemedizin der Zukunft

Die aks gesundheit GmbH startet eine Workshop-Serie unter dem Titel „Gesundheitsforum Lingenau 1.0“

Wir befragen dazu den Geschäftsführer der aks Firmengruppe Mag. Georg Posch und den Präsidenten des aks Verein ...

iStock_Mutter_liest_mit_Tochter
03. Jan. 2014

Wenn das Sprechen „klemmt“

Der Welttag des Stotterns stellt am 22. Oktober eine der bekanntesten Sprechstörungen in den Vordergrund und baut damit Tabus ab. Im Rahmen einer ganzheitlichen Betreuung bieten die Kinderdienste der ...

IS_325_Vater_und_Tochter
18. Nov. 2013

Elternarbeit – oder mit den Eltern Arbeit haben?

Zu jeder Kindertherapie gehören regelmäßige Gespräche mit den Eltern und teilweise auch mit anderen Bezugspersonen (z. B. Großeltern und Lehrerinnen bzw. Lehrer). Eine verlässliche und vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zwischen Therapeutin bzw. ...

Angebote der aks gesundheit

Gesund bleiben
Prävention

Gesund werden
Rehabilitation

Gesundheitsthemen
Wissen