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Es ist nie zu spät für den ersten Schritt!

Schlaganfall: Schnelle Hilfe ist entscheidend

Was genau ist ein Schlaganfall?
Pallavicini: Der Schlaganfall ist nach Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache. Auslöser ist eine Störung der Blutversorgung im Gehirn, das heißt es kommt zu einem plötzlichen Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns.

Was ist die Ursache dafür?
Pallavicini: Meistens ist die Ursache die plötzliche Verstopfung einer Gehirnarterie durch ein Blutgerinnsel. Dadurch kann eine Region des Gehirns nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Eine andere mögliche Ursache für Schlaganfälle sind Gehirnblutungen.

Und was ist dann ein „Streiferle“ oder „Schlägle“?
Pallavicini: Damit wird umgangssprachlich die „kleinere“ Version des Schlaganfalls bezeichnet, die so genannte transiente ischämische Attacke (TIA). Dabei kommt es auch zu einem Gefäßverschluss, der sich allerdings innerhalb weniger Minuten wieder von selbst auflöst. Symptome wie halbseitige Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen verschwinden wieder.

Das ist also harmloser?
Pallvicini: Auch eine TIA ist ein medizinischer Notfall, denn Menschen, die eine TIA erleiden, haben ein besonders hohes Risiko, dass innerhalb weniger Tage ein Schlaganfall mit bleibenden Schäden folgt.

Welche Symptome weisen auf einen Schlaganfall hin?
Pallavicini: Die ersten Symptome eines Schlaganfalls sind Taubheit, Schwäche oder Lähmung eines Armes, Beines oder einer ganzen Körperhälfte. Die Mundwinkel hängen dann oft herab, betroffene Personen leiden unter Seh- und Sprechstörungen, Schwindel, Schluckstörungen, plötzlichen heftigen Kopfschmerzen oder verlieren das Bewusstsein. Andere Alarmzeichen können auch Harn- bzw. Stuhlinkontinenz oder Hirnleistungsstörungen sein.

Kann man als Laie einen Schlaganfall erkennen?
Pallavicini: Ja, auch ungeübte Personen können innerhalb einer Minute einen Schlaganfall relativ sicher erkennen. Sie müssen nur beurteilen, ob ein Patient normal lächeln, beide Arme heben und halten und einen einfachen Satz verständlich formulieren kann.

Was ist zu tun, wenn man typische Symptome bemerkt?
Pallavicini: Verständigen Sie bei Auffälligkeiten sofort die Rettung! Eine möglichst schnelle ärztliche Versorgung ist bei Verdacht auf einen Schlaganfall enorm wichtig. Durch spezielle Medikamente ist es in vielen Fällen möglich, ein eventuell vorhandenes Blutgerinnsel aufzulösen und das Gehirn vor einem dauerhaften Schaden zu bewahren. 

Gibt es Möglichkeiten der Rehabilitation?
Pallavicini: Gezielte rehabilitative Maßnahmen beginnen idealerweise schon im Krankenhaus. Am Anfang der Behandlung steht die so genannte Akutrehabilitation. Neuere Untersuchungen sprechen dafür, dass sich Funktionen des Gehirns auch Monate nach einem Schlaganfall noch regenerieren können.

Wie kann man das nützen?
Pallavicini: Die Therapie im ambulanten Bereich, wie sie z.B. von der Ambulanten Neurologischen Rehabilitation (ANR) des aks angeboten wird, spielt im Reha-Prozess eine wichtige Rolle. Mit einem interdisziplinären Angebot aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sozialarbeit, Neurologie und Neuropsychologie können therapeutische Maßnahmen individuell an die Bedürfnisse der Schlaganfall-PatientInnen angepasst werden.

Was kann man vorbeugend tun?
Pallavicini: Mit einem gesunden Lebensstil können Sie selbst eine Menge tun, um Ihr Schlaganfall-Risiko möglichst gering zu halten. Vor allem Rauchen, ein hoher Blutdruck, Diabetes, Störungen des Fettstoffwechsels, zu viel Alkohol, Bewegungsmangel und Stress sind wesentliche Risikofaktoren für einen Schlaganfall.

Factbox

Test für Schlüsselsymptome bei einem Schlaganfall

• Bitten Sie die Person, zu lächeln. (Das Gesicht wird bei Lähmung einseitig verzogen.)
• Bitten Sie die Person, gleichzeitig beide Arme nach vorne zu heben, Handflächen nach oben. (Bei einer Lähmung kann ein Arm nicht gehoben werden bzw. sinkt oder dreht sich, vor allem bei geschlossenen Augen.)
• Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, zum Beispiel: „Ich benötige keine Hilfe.“ (Der Satz muss korrekt wiederholt werden, die Sprache darf nicht verwaschen sein.)



Kontakt

aks Sozialmedizin GmbH
Ambulante Neurologische Rehabilitation
Färbergasse 13
6850 Dornbirn
T 055 74 / 202 - 3000
E-Mail

 

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