Macht Schule krank?
Dür zeigte anhand einer aktuellen Studie zur Schülergesundheit, dass Schule und Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind. Sowohl die Gesundheit von SchülerInnen als auch die Gesundheit von LehrerInnen lässt zu wünschen übrig. Bei den SchülerInnen erschreckt das hohe Ausmaß an psychischen Beschwerden, bei den LehrerInnen die – im Vergleich zu anderen Berufsgruppen – überdurchschnittlich hohe Burnout-Rate.
Dabei ist die Gesundheit von PädagogInnen und SchülerInnen ganz eng mit den schulischen Anforderungen verknüpft. Einerseits ist Gesundheit die wesentlichste Voraussetzung für erfolgreiche Lehr- und Lernprozesse, andererseits hat die Schule einen entscheidenden Einfluss auf den subjektiven Gesundheitszustand von PädagogInnen und SchülerInnen. SchülerInnen, die mit ihrer Schule zufrieden sind, ihre Gesundheit als deutlich besser ein als jene mit geringer Schulzufriedenheit.
Dür empfiehlt deshalb allen im Schulbereich Verantwortlichen die Gesundheitsförderung nicht länger als „zusätzliche“ Aufgabenstellung für die Schule zu betrachten, die sich aus allgemein gesellschaftlichen Problemen ergibt. Den ExpertInnen der Gesundheitsförderung rät er aufzuzeigen, welche spezifischen Beiträge die Gesundheitsförderung zur Schulentwicklung leisten kann.
Neben Ergonomie, Bewegung, Ernährung und Luftqualität können auch vielseitige wissenschaftliche Erkenntnisse der Gesundheitsforschung zu Erziehung, Verhaltensbeeinflussung und Prozessgestaltung in Schulen eingebracht werden, die mit konstruktivistischen Lerntheorien übereinstimmen.
