Fünf Jahre Kindergartenvorsorgeuntersuchung in Vorarlberg
Dieses einzigartige Vorsorgesystem hat auch bundesweit große Anerkennung gefunden. Im Zuge der verpflichtenden Sprachstandsfeststellung aus dem Jahr 2008 und der bundesweit verpflichtenden Feststellung des pädagogischen Förderbedarfs (Kindergartengesetzesnovelle 2010) wurden sowohl der Vorarlberger Beobachtungsbogen (VBB) als auch die Differenzierungsproben von Breuer und Weuffen entsprechend gewürdigt. Beide Instrumente erfüllen nicht nur die gewünschten österreichischen Qualitätskriterien, sie gehen sogar über das erforderliche Maß hinaus. Die Validität wurde hinreichend geprüft, das Instrument misst, was es messen soll.
Hohe Qualität der Instrumente
Die Qualität der Instrumente wird auch von Fachleuten immer wieder bestätigt. Seit der Einführung der Kindergartenvorsorge gibt es in der ersten Klasse kaum mehr auffällige Kinder, die nicht schon logopädisch betreut sind, wie die SprachheillehrerInnen in den Volksschulen feststellen. Die Fachgruppe der LogopädInnen betont, dass jedes Kind, das aufgrund der Vorsorge zugewiesen wird, tatsächlich eine Sprachförderung benötigt. Durchschnittlich waren das in den vergangen Jahren ca. 15% der Kinder.
Durch die standardisierte Beobachtung werden Entwicklungsverzögerungen und –risiken deutlich früher erkannt und können somit auch deutlich früher gefördert werden. Auch im ergotherapeutischen Bereich ist die frühe Förderung von Vorteil, denn die Kinder kommen im Kindergartenalter zur Therapie und nicht erst in der Schule, wenn Entwicklungsfenster schon geschlossen sind.
Frühförderung ist erfolgreich
Studien belegen eindrücklich, welchen Effekt frühzeitige Förderung hat. Konkrete Erfahrungen wurden in Ulm (D) gemacht. Dort wurden in 130 Kindergärten, bei 25 % der Kinder, Probleme im Vorschulalter in der Entwicklung lautsprachlicher Voraussetzungen für den Erwerb des Schreibens und Lesens festgestellt. Mit einer gezielten Förderung konnte dieser Anteil auf 14 % verringert werden.
Andere Autoren, wie beispielsweise Dr. phil. Brigitte Sindelar, klinische Psychologin und Psychotherapeutin im Lehr- und Forschungsbetrieb an der Sigmund Freud Privat Universität Wien, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. In einer Untersuchung wurden Kinder im Vorschulalter einer Teilleistungsdiagnostik unterzogen und anschließend gezielt gefördert. Die Evaluation am Ende des Schuljahres zeigte, dass die Kinder den Anschluss an das Leistungstempo der Klasse problemlos finden konnten (Sindelar, 2008).
Wir werden diesen erfolgreichen Weg fortsetzen, um auch künftig in der Lage zu sein, das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder früh zu erkennen und bestmöglich zu unterstützen.
Veranstaltung "Medizin trifft Pädagogik"
Gemeinsam mit Vertretern der Vorarlberg Landesregierung (Lsth. Wallner und LR Stemer) und dem Gemeindeverband feiern wir am 19. November 2010 um 16.00 Uhr das fünf-jährige Jubiläum als Fortsetzung der interdisziplinären Veranstaltungsreihe „Medizin trifft Pädagogik“ im J.J. Ender Saal in Mäder. Hauptreferentin wird die klinische Psychologin Dr. phil. Brigitte Sindelar sein, die zum Thema Früherkennung und Frühförderung spricht. Wir laden Sie herzlich dazu ein.
