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Eine Schwangerschaft verändert vieles: Der wachsende Bauch, die hormonelle Umstellung, Übelkeit und Heißhungerattacken. Gesunde Ernährung kann den Ablauf einer Schwangerschaft positiv beeinflussen und die Gesundheit von Mutter und Kind fördern, weiß Ernährungswissenschafterin Mag. Birgit Hämmerle von der aks gesundheit.

 

Muss Frau in der Schwangerschaft „für zwei“ essen?

Hämmerle: Nein. Der Energiebedarf ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft kaum erhöht. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat (SSM) steigt er um ca. 200 – 300 kcal an. Das entspricht zwei Bananen, einem Vollkornbrötchen belegt mit magerem Schinken oder einem Becher (á 180g) Fruchtjoghurt.

 

Wie groß ist die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft?

Hämmerle: Das ist ganz individuell und hängt vom Körpergewicht vor der Schwangerschaft ab. Für eine normalgewichtige Frau wird eine Gewichtszunahme von 11,5 – 16 kg empfohlen.

 

Was kann Frau bei Übelkeit und Erbrechen tun?

Hämmerle: Oft hilft es, leichte und dafür häufigere Mahlzeiten (fünf bis sechs) über den Tag verteilt einzunehmen. Meiden Sie fettreiche und scharfe Speisen sowie intensiv riechende und schmeckende Gewürze. Bei Morgenübelkeit hilft es, bereits vor dem Aufstehen im Bett etwas Kleines zu essen oder zu trinken. Bei häufigem Erbrechen ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken auszugleichen.

 

Welche Nährstoffe braucht Frau in der Schwangerschaft?

Hämmerle: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, das schonend zubereitet wird, deckt den Bedarf für die meisten Nährstoffe in der Schwangerschaft ab. Um die optimale Versorgung mit Folsäure, Vitamin D, Calcium, Eisen und Jod zu gewährleisten, sollten Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt sprechen.

 

Was hat es mit der Folsäure auf sich?

Hämmerle: Folsäure ist wichtig für die Entwicklung des Nervensystems des Kindes in den ersten 28 Schwangerschaftstagen. Liegt ein Folsäuremangel vor, kann es zu einem Neuralrohdefekt kommen, der mit schweren Störungen in der Entwicklung von Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäule einhergeht.

 

Worin besteht die besondere Gefahr?

Hämmerle: Viele Frauen wissen zum Zeitpunkt des 28. Schwangerschaftstages oft gar nicht, dass sie schwanger sind. Daher sollten Frauen im gebährfähigen Alter auf eine ausreichende Folsäurezufuhr achten. Frauen mit Kinderwunsch können eine Folsäuresupplementierung mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt absprechen.

 

Worauf sollte man während der Schwangerschaft verzichten?

Hämmerle: Seien Sie vorsichtig bei nicht abgekochter oder nicht pasteurisierter Milch und daraus hergestellten Produkten wie z. B. Camembert, Brie, Gorgonzola und Roquefort. Auch den Rand von Schnitt- und Hartkäse sollten Sie nicht verzehren bzw. großzügig entfernen. Verzichten Sie außerdem auf rohes Fleisch, Rohwurst, Rohschinken, roher oder geräucherter Fisch sowie auf rohe Eier und daraus hergestellte Produkte.

 

Warum können diese Lebensmittel gefährlich werden?

Hämmerle: Rohe Lebensmittel stellen eine besondere Gefahrenquelle für Lebensmittelinfektionen dar. Die Folge können grippeähnliche Symptome sein, die für die Mutter nicht lebensbedrohlich sind, jedoch den Fötus schädigen und zu Früh- oder Fehlgeburten führen können.

 

Wie können solche Infektionen vermieden werden?

Hämmerle: Durch Meiden oben genannter Lebensmittel sowie durch Einhaltung von Hygienemaßnahmen wie Hände waschen (mit Seife), gründliches Waschen von Obst, Gemüse und Salat, richtige Aufbewahrung von Lebensmitteln, Reinhaltung von Geschirr und Oberflächen in der Küche etc.

 

Auf welche Genussmittel sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden?

Hämmerle: Alkohol und chininhaltige Getränke wie z. B. Bitter Lemon oder Tonic Water sind während der Schwangerschaft und Stillzeit tabu. Beide können die Entwicklung und Gesundheit des Fötus beeinträchtigen. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarztee, Grüntee, weißer Tee, Eistee und Energy Drinks sollten nur in Maßen genossen werden (zwei bis drei Tassen Kaffee oder vier bis sechs Tassen Tee sind gesundheitlich unbedenklich). Zigarettenrauch durch aktives oder passives Rauchen kann das Kind ebenfalls schädigen.

Veröffentlicht am:
07. Jan. 2014
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