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Aktuelle Fakten zur Covid19 Impfung für Kinder

Aktuelle Fakten zur Covid19 Impfung für Kinder

Aktueller Stand zur Kinderimpfung

 

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA und das Nationale Impfgremium (NIG) haben letzte Woche die Impfung mit dem Kinderimpfstoff von Biotech – Pfizer frei gegeben. Der Impfstoff wird bis Ende des Jahres erwartet. Davor findet die Impfung der 5- 12 Jährigen „Off label“ mit dem Erwachsenenimpfstoff statt. Dabei wird die Dosierung auf ein Drittel reduziert. (Stand: 26.11.2021)

 

Unterschied Kinder und Erwachsene: Pufferlösung

 

Groß sei der Unterschied zwischen dem Kinder – und Erwachsenenimpfstoff nicht, so die aktuellen Expertenmeinungen. Dieser liegt im Detail, bei der sogenannten „Pufferlösung“. Das ist jene flüssige Lösung, die den Impfstoff vor der Auflösung mit Kochsalzlösung stabil hält. Diese wurde beim Kinderimpfstoff zugunsten einer besseren Lagerung und Haltbarkeit geändert.

 

Fakten aus der Zulassungsstudie (Quelle: impfinformation.de)

 

In der Zulassungsstudie wurde untersucht, wie gut die Impfung eine durch das Coronavirus ausgelöste Covid 19 Erkrankung verhindert. Dafür wurden rund 2250 Kindern zwischen 5 und 11 Jahren untersucht. Die erste Auswertung erfolgte im September 2021. Bis dahin waren im Durchschnitt 2 Monate nach der zweiten Impfung vergangen.

 

Wie viele von 1000 Kindern erkrankten doppelt geimpft an Covid-19?
Ungeimpft Geimpft
22
von 1000
2
von 1000
Die Tabelle unterhalb zeigt: Das Risiko an Covid 19 zu erkranken, sank durch die 2fache Impfung mit Comirnaty bei 5 -11 jährigen Kindern um etwa 91 Prozent.

Eine Gruppe bekam den Corona-Impfstoff, die andere ein Scheinmedikament (Placebo) in Form einer Kochsalzlösung
gespritzt. (= ungeimpft) Covid 19 Erkrankung hieß: neben einem positiven PCR-Test musste mindestens ein Symptom wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot vorliegen. Ausgeschlossen wurden Kinder mit bestimmten schweren Erkrankungen, einer starken Immunschwäche oder anderen speziellen Risiken.

Wie gut beugt Comirnaty schwere Verläufe vor? 

 

Kinder erkranken nur sehr selten schwer an Covid-19. In der Studie traten keine schweren Verläufe auf. Deshalb lässt sich die Wirksamkeit von Comirnaty auf schwere Verläufe bei Kindern nicht beurteilen. Es wurde in der Studie nicht untersucht, ob die Impfung anhaltenden Beschwerden nach einer Covid 19 Erkrankung („Long Covid“) vorbeugen kann.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

 

Es ist normal, dass nach einer Impfung Impfreaktionen auftreten. Diese zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Meist sind sie leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

Wie häufig traten vorübergehende Impfreaktionen auf? ungeimpft geimpft
 

Reaktionen an der Einstichstelle
(wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung)

 

32%

 

73%

Körperliche Beschwerden
(wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fieber)
37% 51%

Die Tabelle zeigt: Impfreaktionen von Comirnaty bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren
Eine Gruppe bekam den Corona-Impfstoff, die andere ein Scheinmedikament (Placebo) in Form einer Kochsalzlösung gespritzt. (= ungeimpft) Bei etwa 9 von 1000 Kindern trat eine teils länger anhaltende, harmlose Schwellung der Lymphknoten in den Achselhöhlen oder am Hals auf. Etwa 8 von 1000 Kinder hatten Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Hautausschlag.

 

Welche schweren Nebenwirkungen traten auf?

Es gab in der Zulassungsstudie keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung zu schweren Nebenwirkungen kommt. Es traten keine Fälle einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) auf. An der Studie nahmen aber insgesamt zu wenige Kinder teil, um seltene schwere Nebenwirkungen festzustellen.

 

Was wissen wir aktuell noch nicht?

 

Unklar ist noch:

Die Zulassungsstudie mit Kindern zum Impfstoff Comirnaty wird fortgesetzt. Deshalb kann es in den nächsten Monaten noch weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen geben. Außerdem wird derzeit die Wirksamkeit bei Kindern unter 5 Jahren untersucht.

 

Warum werden schon jetzt Kinder geimpft?

 

Zu bedenken gibt es: Kinder und Jugendliche erkranken im Vergleich zu Erwachsenen zwar selten schwer an COVID 19, tragen momentan aber zum allgemeinen Infektionsgeschehen bei. Deshalb wird auf den eigentlichen Kinderimpfstoff aktuell nicht gewartet. Auch in Vorarlberg infizieren sich immer mehr Kinder mit Covid 19

Von Seiten des Gesundheitsministeriums wird die Impfung gegen COVID-19 mit Comirnaty von BioNTech/Pfizer den 5-11-jährigen Kindern „allgemein empfohlen, insbesondere auch für Kinder mit Risikofaktoren sowie Kinder mit engen Kontakten zu Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19.“ Die deutsche Ständige Impfkommission (STIKO) hat es nicht eilig und plant ihre Empfehlung bis zum Jahresende, wenn die ersten Dosen des Kinderimpfstoffes zur Verfügung stehen werden.

 

Hilfreiche Links

Fakten zur Kinderimpfung, gesundheitsinformation.de, abgerufen 26.11.2021

Artikel zu Unterschied Erwachsenen- und Kinderimpfung, derstandard.at, 26.11.2021

Information zur Impfung von Kindern und Jugendlichen Gesundheitsministerium, Stand 25.11.2021

 

 

Quellen zur Zulassungsstudie

 

EU Clinical Trials Register.  A Phase 1, Open-label dose-finding Study to evaluate Safety, Tolerability, and Immunogenicity and Phase 2/3 placebocontrolled, observer-blinded Safety, Tolerability, and Immunogenicity Study of a Sars-Cov-2 RNA Vaccine Candidate against Covid-19 in healthy Children <12 Years of age. 2021.

Food and Drug Administration (FDA). Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee Meeting October 26, 2021. FDA Briefing Document. EUA amendment request for Pfizer-BioNTech COVID-19 Vaccine for use in children 5 through 11 years of age.

 

© Foto: CDC on Unsplash

Veröffentlicht am:
29. Nov. 2021
Kategorien:
Lebensphasen:
/
Themengebiete:
/
Informationsart:
Tags:
Kinder, Corona, Impfung,

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