Alle Artikel von Martina Ruck

Start des Familienlotsinnen/-lotsensystems in Frastanz

Gleich acht Mal konnte am 4. Juli in Frastanz das Zertifikat zur ausgebildeten Familienlotsin verliehen werden. Bürgermeister Eugen Gabriel gratulierte den ersten Familienlotsinnen, die durch Netzwerk Familie und Kooperationspartnerinnen und -partnern aus der Gemeinde qualifiziert wurden.

 

Mit einem speziellen Schulungsangebot rund um das Thema Familie und Hausbesuche wurden die Familienlotsinnen gut auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereitet. Nun sind die Damen startklar für ihren Einsatz als ehrenamtliche Familienlotsinnen in Frastanz. Die seit Mai regelmäßig stattgefundenen Veranstaltungstage wurden von Mitarbeiterinnen von Netzwerk Familie in Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen durchgeführt.

 

Vielversprechendes Modellprojekt in Vorreiterrolle
Das in dieser Form in Österreich einzigartige Modell wird im Sommer praktisch eingeführt, um erste Erfahrungen zu sammeln. Im Vordergrund steht dabei, ein Angebot für alle werdenden Eltern und Familien mit Kleinkindern bis fünf Jahre zu schaffen. Über niederschwellige Hausbesuche sollen speziell neu zuziehende Familien erreicht werden.

  

Familienlotsinnen / Familienlotsen: Vertrauenspersonen auf Zeit
Durch die Geburt eines Kindes oder den Zuzug als Jungfamilie in eine neue Gemeinde kann das Leben manchmal auf den Kopf gestellt werden. Familienlotsinnen und -lotsen sind Ehrenamtliche, die Familien in dieser oft turbulenten Zeit Orientierung geben, zur Seite stehen, als Zuhörende und Vertrauenspersonen auf Zeit zur Verfügung stehen. Die Familienlotsinnen und -lotsen putzen nicht die Fenster oder nehmen den Familien die Arbeit ab, sie sind eine Hilfe zur Selbsthilfe und sollen Familien beratend begleiten. Durch die gute Vernetzung mit zentralen Angeboten und Einrichtungen innerhalb der Gemeinde können sie bei Bedarf an zuständige Stellen vermitteln.

 

Regionale Verankerung schließt Lücke in den Frühen Hilfen
Die Einbettung in die Gemeindestruktur schließt eine Lücke im Sinne der regionalen Verankerung der Frühen Hilfen. Ein niederschwelliger und rascher Zugang, hohe Flexibilität, Vernetzung und Nutzung von Synergien vorhandener Ressourcen sichern eine hohe Akzeptanz als Serviceleistung bei Schwangeren und Familien. Familienlotsinnen und -lotsen bieten zeitlich begrenzte, freiwillige Unterstützung für alle Familien in Frastanz an und sind für Familien da.

 

Mehr „Miteinander“ und „Hinsehen“
Bürgermeister Eugen Gabriel betonte bei der Verleihung der Zertifikate die steigende Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für Familien und gratulierte den Damen für ihren Mut, sich für diese wertvolle Aufgabe einzusetzen. Ilse Mock, Vizebürgermeisterin von Frastanz, verwies noch einmal auf das tolle Engagement der Ehrenamtlichen: „Engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger tragen wesentlich dazu bei, den Begriffen wie „miteinander“, „hinschauen“, „helfen“ und „füreinander da sein“ wieder mehr Nachhaltigkeit zu geben und sie wieder stärker im öffentlichen Leben zu verankern: „Wir  bedanken uns herzlich und wünschen viel Erfolg und Freude bei der anspruchsvollen, aber hoffentlich auch ansprechenden Tätigkeit als Familienlotsin / Familienlotse.“

 

Auf gesunde Nachbarschaft – von klein auf
Das Familienlotsinnen bzw. -lotsensystem ist eine Initiative des österreichischen Modellprojekts „Auf gesunde Nachbarschaft – von klein auf“ von Netzwerk Familie in Kooperation mit der Gemeinde Frastanz, gefördert aus den Mitteln des Fonds gesundes Österreich und der Initiative „Auf gesunde Nachbarschaft“.

 

 

Leopold Bischof Ring Verleihung

Der Leopold Bischof Ring – für besondere Verdienste im Gesundheits- und Sozialbereich – wurde am 15. Juni 2016 an Herrn Direktor Gasser übergeben. Die feierliche Ringübergabe fand im Palast in Hohenems statt.

 

Direktor Werner Gasser setzte sich über 25 Jahre lang als ehrenamtlicher Geschäftsführer für die pädagogischen Neuerungen im Vorarlberger Kinderdorf ein. Das Wirken des gelernten Pädagogen ist somit aufs Engste mit der Entwicklung des Vorarlberger Kinderdorfs verknüpft. Von 1965 bis 1990 war er als ehrenamtlicher Geschäftsführer und anschließend bis 1995 als Präsident tätig.

 

Herr Direktor Gasser ist nach Herrn MR Dr. Elmar Troy, Direktor Walter Tschegg und Dr. Herbert Keßler der vierte Preisträger, dem diese Ehre zuteil wurde. Die Verleihung nahm Prim. a. D. Dr. Hans Concin, aks Präsident, Mag. Georg Posch, Geschäftsführer aks Gruppe und Frau Dr. Barbara Rehberger, ärztliche Leiterin aks Sozialpsychiatrische Dienste sowie Dr. Christoph Hackspiel, Geschäftsführer Vorarlberger Kinderdorf vor.

 

 

Auftaktveranstaltung „Überdiagnose vermeiden“

Am 11. Jänner 2016 fand unter der Schirmherrschaft des Vereinspräsidenten, Dr. Hans Concin und dem Geschäftsführer der aks-Gesundheitsbetriebe, Mag. Georg Posch, die Auftaktveranstaltung zum Thema „Preventing Overdiagnosis“ statt.

 

Dabei stellte Dr. Hans Concin in seinem Vortrag wissenschaftliche Fakten und Daten sowie die neuesten Erkenntnisse des 3. Weltkongresses, der 2015 in Bethesda (USA) stattfand, vor. In der anschließenden Diskussion waren sich die anwesenden Expertinnen und Experten einig, dass dieses Thema von großer Wichtigkeit ist und entsprechend der aks-Philosophie „Gesundheit erhalten“ zu den Schwerpunkten des Arbeitsprogramm 2016 zählen muss. 

 

Hier finden Sie die PowerPoint zum Nachlesen.

Kommunikationshilfe:
iPad App

Anlässlich des „Welt-Logopädie-Tages“ am 6. März stellt die Neurologische Reha der aks gesundheit moderne Hilfsmittel als eine ihrer umfangreichen Dienstleistungen vor: Eine App für iPads ergänzt und unterstützt die fehlende Lautsprache.

 

„Sprache und Sprechen sind für uns Menschen ganz entscheidend. Defizite in diesen Bereichen sind deshalb meist mit einem großen Leidensdruck verbunden“, erklärt Melanie Martin, Logopädin der Neurologischen Reha der aks gesundheit. Neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel ein Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma schränken das Sprechen oder Schlucken häufig stark ein. Die Betroffenen verlieren ein Stück ihrer Lebensqualität. Die Logopädinnen und Logopäden der Neurologischen Reha der aks gesundheit gehen beim Behandeln von Erwachsenen mit neurologischen Erkrankungen ganz individuell auf die jeweiligen Ziele der Patientinnen und Patienten ein und erarbeiten alternative Strategien.

 

iPad-App als Hilfsmittel

Die sogenannte Unterstützte Kommunikation (UK) ergänzt oder ersetzt mithilfe unterschiedlicher Möglichkeiten die fehlende Lautsprache. Diese Form der Therapie setzt neben Gestik, Mimik, Gebärden, Kommunikationstafeln und -büchern elektronische Hilfsmittel ein. Als zusätzliche Methoden erleichtern sie das Kommunizieren im Alltag und helfen beim Üben der Lautsprache. Im Rahmen der logopädischen Therapie der Neurologischen Reha der aks gesundheit wird die Kommunikations-App „Go talk now“ eingesetzt. Diese ist in deutscher Sprache für iPads erhältlich. Frau Silvia Unterkofler setzte sich als Angehörige intensiv mit diesem Thema auseinander: „Mein Mann kann sich als Folge eines Schlaganfalles sprachlich schwer ausdrücken. Mit den üblichen Hilfsmitteln sind wir schnell an unsere Grenzen gestoßen. Ich suchte eine Möglichkeit, um meinen Mann besser zu unterstützen.“ Die Logopädin ihres Mannes, Mitarbeiterin der Neurologischen Reha der aks gesundheit, riet die App „Go talk now“ auszuprobieren.

 

Wissen weitergeben

„Mich faszinierten von Anfang die Möglichkeiten dieses Programmes. Es ist sehr vielseitig, schnell und leicht bedienbar. Selbst das Programmieren ist nicht schwer“, erklärt Frau Unterkofler. Ausgehend von Alltäglichem und den Vorlieben und Hobbys ihres Mannes erstellte sie einzelne Kommunikationstafeln und -bücher am iPad. Zum Beispiel ergaben Fotos sämtlicher Gerichte des Lieblingsrestaurants eine Speisekarte, mit der Herr Unterkofler mitteilt, was er bestellen möchte. Durch Drücken auf ein Bild wird ein vorher gespeicherter Text abgespielt. Aus dem Zusammensetzen einzelner Bilder entstehen ganze Sätze. Das Üben und Trainieren der Sprache ist ein weiteres Einsatzfeld. „Mit Hilfe dieser App gelingt das Verständigen viel öfter und schneller“, berichtet Melanie Martin aus ihrem therapeutischen Alltag. Frau Unterkofler wünscht sich, „dass möglichst viele Menschen von diesem Hilfsmittel profitieren.“ Deshalb gibt sie ihr Wissen zur Funktion der App gerne an interessierte Betroffene, deren Angehörigen, aber ebenso Fachpersonen weiter und hilft beim Erstellen von individuellen Kommunikationsseiten und -büchern.

 

Frau Silvia Unterkofler ist unter der Telefonnummer: 0680 / 334 77 00 erreichbar.

 

Logopädie bei neurologisch Erkrankten

In ihrer Arbeit mit neurologisch erkrankten Erwachsenen konzentrieren sich die Logopädinnen und Logopäden der Neurologischen Reha der aks gesundheit vorrangig auf: Sprache, Sprechen, Stimme, Kommunizieren, Lesen, Schreiben, Schlucken und Atmen. Dabei erarbeiten die Therapeutinnen und Therapeuten individuell auf die Patientinnen und Patienten abgestimmte alltagsnahe Ziele, wie zum Beispiel:

 

  • ein Kochrezept lesen und verstehen
  • ein Glas Saft trinken, ohne sich zu verschlucken
  • den Enkeln eine Geschichte erzählen
  • E-Mails lesen und beantworten
  • eine Zugfahrkarte selbstständig kaufen

Hippotherapie

Hippotherapie ist eine spezielle Therapieform auf dem Pferd. Sie kommt in der Neurologischen Reha vor allem bei Zielen zum Einsatz, bei denen es um eine bessere Rumpfstabilität, die Verbesserung des Gangbildes und / oder des Gleichgewichtes geht. „Die frische Luft und der Kontakt zum Pferd haben auch eine therapeutische Wirkung“, weiß Hans Rinner, langjähriger Hippotherapeut bei der Neurologischen Reha der aks gesundheit.

 

Was ist Hippotherapie?

Rinner: Hippotherapie ist eine spezielle physiotherapeutische Maßnahme, bei der das Pferd als „Co-Therapeut“ bei erkrankten Menschen und Menschen mit einer Behinderung unter medizinischen Gesichtspunkten eingesetzt wird.

 

Wer bietet Hippotherapie an?

Rinner: Die Therapie wird von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit der Zusatzausbildung Hippotherapie und mit Pferden, die speziell dafür ausgebildet werden, durchgeführt.

 

Kann jedes Pferd eingesetzt werden?

Rinner: Voraussetzungen an das Therapiepferd sind ein ausgeglichener Charakter, mittlere Größe und ein gut mitschwingender Rücken. Wenn diese Grundvoraussetzungen gegeben sind, muss das Pferd von der Pferdeführerin bzw. vom Pferdeführer für den Einsatz in der Hippotherapie ausgebildet werden. Dabei stehen der Gehorsam des Pferdes und die vertrauensvolle Beziehung zwischen Pferd und Pferdeführendem im Vordergrund.

 

Warum kommt gerade das Pferd zum Einsatz?

Rinner: Wenn sich das Pferd im Schritt bewegt, schwingt der Rücken des Pferdes dreidimensional auf – ab, links – rechts, vor – zurück. Daraus resultiert ein Bewegungsimpuls, auf die der Mensch reagieren muss. Dieser immer wiederkehrende Bewegungsablauf und die Vorwärtsbewegung sind einmalig und können für therapeutische Zwecke genutzt werden.

 

Wie kann ich mir die Durchführung der Hippotherapie vorstellen?

Rinner: Je nachdem, ob die zugewiesenen Menschen gehfähig oder im Rollstuhl sitzen, wird über eine Rampe oder ein Podest mithilfe der Therapeutin bzw. des Therapeuten auf das Pferd aufgestiegen. Das Pferd ist mit einer Satteldecke und einem Gurt mit Haltegriffen ausgerüstet und wird von dem Pferdeführenden geführt bzw. gehalten. Die Hippotherapie findet in der Reithalle bzw. auf dafür geeigneten Wegen im Freien statt. Die Hippotherapeutin bzw. der Hippotherapeut geht neben dem Pferd auf Höhe des Reiters, gibt notwendige Unterstützung und Anleitung und ist wiederum beim Absteigen behilflich.

 

Was bewirkt die Hippotherapie beim Menschen?

Rinner: Beim Sitz auf dem Pferd erfolgt eine bedingte Aufrichtung des Oberkörpers und es entwickelt sich ein Gefühl für eine stabile symmetrische Körperhaltung. Das Augenmerk der Therapeutin bzw. des Therapeuten liegt vor allem auf einem möglichst korrekten Sitz, insbesondere der Stellung und Beweglichkeit des Beckens. Von hier aus werden die Bewegungen in die großen Gelenke von Schulter und Hüfte sowie Arme und Beine weitergeleitet und ein Gefühl des „Gehens“ vermittelt. Gleichgewicht, Koordination, Kraft, Beweglichkeit, die Atmung und das gesamte Körpergefühl sind dadurch angesprochen.

 

Gibt es spezielle Übungen, die auf dem Pferd gemacht werden?

Rinner: Ein wesentlicher Teil der Hippotherapie mit erwachsenen Menschen beinhaltet die eigene Körperwahrnehmung. Die Aufmerksamkeit wird nach innen gelenkt und versucht, diesen neuen Bewegungsimpulsen, die durch das Pferd vermittelt werden, nachzuspüren. Erst wenn sich der Mensch an diese neuen Bewegungen gewöhnt hat, wird die Therapeutin bzw. der Therapeut mit leichten Übungen wie Veränderung des Schritttempos oder Richtungswechseln, die Anforderung erhöhen.

 

Bei welchen Krankheiten / Behinderungen kommt die Hippotherapie in Frage?

Rinner: Grundsätzlich bei Erkrankungen / Behinderungen, bei denen zentrale Bewegungsstörungen im Vordergrund stehen. Die häufigsten Diagnosen und Zuweisungsgründe für die Hippotherapie sind Schlaganfall, Multiple Sklerose, Hirnverletzungen nach Unfällen, Parkinson oder Querschnittlähmungen.

 

Wie komme ich zu einer Überweisung bzw. wer bezahlt diese Therapie?

Rinner: Jede Ärztin bzw. jeder Arzt kann eine Überweisung zur Hippotherapie ausstellen. Die letztendliche Abklärung zur Durchführung und Verantwortung liegt bei der Hippotherapeutin bzw. beim Hippotherapeut. Die Kosten werden bei Vorliegen dieser Überweisung über einen Integrationshilfeantrag aus dem Sozialfonds bezahlt. Ein Selbstbehalt von ca. 8 Euro pro Therapieeinheit wird in Rechnung gestellt.

Zeit für eine Pausenmahlzeit

„Was und wie wir essen, beeinflusst unsere Stimmung und unsere Leistungsbereitschaft“, ist Ernährungswissenschafterin Mag. Angelika Stöckler im Auftrag der aks gesundheit überzeugt und rät, sich zwischendurch Zeit für Getränk oder einen kleinen Imbiss zu nehmen.

 

Mehr Wohlbefinden
Nicht nur das Frühstück, sondern auch kleine Pausenmahlzeiten in der Schule bzw. am Arbeitsplatz unterstützen unser Wohlbefinden und steigern die Bereitschaft für körperliche und geistige Aktivitäten. Wer lange konzentriert arbeiten will, sollte vor allem auf eine gute Versorgung mit Flüssigkeit achten, rät Stöckler. Denn regelmäßig zu trinken unterstützt die Durchblutung und sorgt so auch für eine gute Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen.

 

Leistungstiefs vermeiden
Zusätzlich lohnt es sich auf gut zusammengestellte Zwischenmahlzeiten zu setzen. Sie liefern dem Körper nicht nur Energie, Bau- und Schutzstoffe, sondern können auch Leistungstiefs am späteren Vormittag sowie am Nachmittag abschwächen. Außerdem wird Heißhunger vermieden, wodurch die Hauptmahlzeiten in der Regel kleiner ausfallen und damit weniger belastend und ermüdend wirken. „Entscheidend für die Bekömmlichkeit jeder Zwischenmahlzeit ist, dass Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und eine kurze Pause gönnen“, ist die Ernährungswissenschafterin überzeugt.

 

Klein aber fein

Reichlich Vitamine, Mineral- und andere Schutzstoffe sollten die Fitmacher für die Pause enthalten, empfiehlt Stöckler. Wichtig ist außerdem, dass die Pausenmahlzeiten der Tätigkeit und dem Energiebedarf angepasst werden. Das heißt, der Pausenimbiss sollte keinesfalls zu groß ausfallen und nur etwa ein Zehntel der täglich benötigten Energie liefern. Wer in der Schule oder im Büro sitzt, sollte mit einer Zwischenmahlzeit nur 200 – 250 kcal aufnehmen, betont die Ernährungswissenschafterin. Nussschnecken, Leberkäsesemmeln oder eine Tafel Schokolade liefern jeweils etwa 500 kcal und sind damit als regelmäßige Zwischenmahlzeiten deutlich zu üppig.

 

Gesunde Stärkung
Greifen Sie am besten zu einem Pausenapfel oder geschnittenem Gemüse wie beispielsweise Karotten, Kohlrabi, Paprika oder Tomaten. Auch ein belegtes Brot oder ein Müsli mit Getreideflocken und frischen Früchten bieten sich an. Zur Abwechslung kann es auch ein Glas Obst- oder Gemüsesaft sein. Wenn es schnell gehen muss, sind eine Hand voll Nüsse, „Studentenfutter“ oder Vollkorngebäck willkommene Alternativen.

 

Schulobst beliebter den je
In mehr als der Hälfte der Vorarlberger Kindergärten und Schulen werden saftige Pausenäpfel angeboten und von Kindern und Jugendlichen gerne verzehrt, berichtet Stöckler. Für das Angebot sorgen in der Regel engagierte Eltern, Kindergärtnerinnen und Lehrpersonen. Finanziell werden Obst- und Gemüsekörbe in Kindergärten und Schulen über das Schulobstprogramm der EU (http://www.ama.at/Portal.Node/ama/public?gentics.am=PCP&p.contentid=10007.38351) unterstützt.

Kindgerechte Kost nach dem 1. Lebensjahr

Die Ernährung des Säuglings ist sehr gut durch nationale und internationale Empfehlungen zum Thema Stillen, Flaschennahrung und Beikost geregelt. Für das Alter der ein bis drei-jährigen Kinder gibt es jedoch weitaus weniger Richtlinien und Empfehlungen. Worauf beim „Übergang zur Familienkost“ geachtet werden sollte darüber berichtet Ernährungswissenschafterin Mag. Birgit Hämmerle von der aks gesundheit.

 

Warum ist es besonders wichtig, auf eine gute Kleinkindernährung zu achten?

Hämmerle: Gerade die ersten drei Lebensjahre sind für die geistige und körperliche Entwicklung des Menschen prägend. Daher ist es besonders wichtig, über die Ernährung auf eine optimale Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen zu achten. Essgewohnheiten werden in der frühen Kindheit verankert.

 

Je früher man also auf eine gesunde Ernährung achtet desto besser?

Hämmerle: Ja, denn ein Großteil unserer Essvorlieben beruht auf „angelernten“ Gewohnheiten. Wenn Sie Ihrem Kind zum Beispiel von Anfang an angewöhnen Wasser zu trinken, wird es nicht nach süßem Saft oder Sirup verlangen. Das Verlangen nach Süßem ist abhängig vom Angebot.

 

Wie kann vernünftig mit dem Thema „Süßigkeiten“ umgegangen werden?

Hämmerle: Unterstützen Sie Ihr Kind im täglichen Umgang mit Süßigkeiten. Kinder sollen lernen, Süßes nur in kleinen Mengen (höchstens eine Kinderhand voll täglich) und als etwas Besonderes zu genießen. Seien Sie sich Ihrer Vorbildwirkung bewusst. Setzen Sie keine Verbote sondern stellen Sie klare Regeln auf.

 

Welche Regeln können das sein?

Hämmerle: Um beim Thema Süßigkeiten zu bleiben: hier können Sie zum Beispiel festlegen, dass es etwas Süßes nur direkt nach der Hauptmahlzeit gibt. Alles was eindeutig geregelt ist, muss nicht mehr diskutiert werden. Eine weitere Regel könnte sein, sich zum Essen an den eigenen Platz am Esstisch zu setzen. Klingt selbstverständlich, ist es aber in vielen Fällen leider nicht.

 

Das Essen am Familientisch: worauf ist bei der Ernährung des einjährigen Kindes zu achten?

Hämmerle: Dass das Essen kindgerecht ist. Die Speisen sollen nicht zu stark gewürzt, zu scharf oder zu salzig sein. Auch schwer verdauliche oder fette Speisen sind für die Kleinen nicht geeignet. Bestimmte Kohlarten (Weiß- und Rotkohl), scharf angebratenes Fleisch, frittierte oder sehr fetthaltige Speisen sind zu schwer verdaulich. Auch die Gefahr des Verschluckens z. B. mit Nüssen ist bei kleinen Kindern noch gegeben, also Vorsicht.

 

Was tun, wenn mein Kind Gemüse nicht mag?

Hämmerle: Studien haben belegt, dass eine Speise bis zu 16mal angeboten werden muss, bis ein Kind eine Speise mag. Verzweifeln Sie also nicht. Nutzen Sie die Neugierde Ihres Kindes und lassen Sie es viel probieren. Bieten Sie Speisen immer wieder an und essen Sie vor allem selber davon.

 

Können Getränke schon im Glas oder aus der Tasse angeboten werden?

Hämmerle: Ja, hinsichtlich einer gesunden Zahn- und Kieferentwicklung ist das sogar ganz wichtig. Denn das ständige Umspülen der Zähne und die Saugbewegungen begünstigen die Entstehung von Karies, Zahn- und Kieferschäden. Wenn das Kind also lernt mit Gabel und / oder Löffel zu essen, kann es mit Ihrer Unterstützung auch schon aus dem Glas oder der Tasse trinken.

 

10 Tipps für eine optimale Ernährung des Kleinkindes

 

  • Getränk Nr. 1 ist Leitungswasser (aus dem Glas oder der Tasse), alternativ ungezuckerter Tee oder start verdünnte (1:6), 100%ige Fruchtsäfte
  • Fleisch und Wurst maximal 3 mal in der Woche (insgesamt ca. 200g für 1-jährige und 250g für zwei bis drei-jährige)
  • Fisch ein bis zwei mal wöchentlich
  • Milch und Milchprodukte 3 mal täglich (insgesamt 300 – 330ml Milch; 100ml Milch entsprechen 100ml Jogurt und ca. 15g Schnittkäse oder 30g Weichkäse)
  • täglich folsäurereiche Gemüsesorten (z. B. Erbsen, Fenchel, Brokkoli) und Vollkornprodukte
  • Geriebene Nüsse oder Samen und Weizenkeime z. B. ins Müsli, Joghurt oder die Suppe gerührt
  • Hülsenfrüchte mind. einmal die Woche als Basis einer warmen Hauptmahlzeit
  • Ein bis zwei Eier in der Woche
  • Zum Kochen oder für Salate pflanzliche Öle verwenden
  • Salzreiche Lebensmittel wie Knabbergebäck, Fertigsuppen, etc. selten bzw. bewusst in kleinen Mengen genießen. Salzarm kochen.

 

Ernährung in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft verändert vieles: Der wachsende Bauch, die hormonelle Umstellung, Übelkeit und Heißhungerattacken. Gesunde Ernährung kann den Ablauf einer Schwangerschaft positiv beeinflussen und die Gesundheit von Mutter und Kind fördern, weiß Ernährungswissenschafterin Mag. Birgit Hämmerle von der aks gesundheit.

 

Muss Frau in der Schwangerschaft „für zwei“ essen?

Hämmerle: Nein. Der Energiebedarf ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft kaum erhöht. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat (SSM) steigt er um ca. 200 – 300 kcal an. Das entspricht zwei Bananen, einem Vollkornbrötchen belegt mit magerem Schinken oder einem Becher (á 180g) Fruchtjoghurt.

 

Wie groß ist die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft?

Hämmerle: Das ist ganz individuell und hängt vom Körpergewicht vor der Schwangerschaft ab. Für eine normalgewichtige Frau wird eine Gewichtszunahme von 11,5 – 16 kg empfohlen.

 

Was kann Frau bei Übelkeit und Erbrechen tun?

Hämmerle: Oft hilft es, leichte und dafür häufigere Mahlzeiten (fünf bis sechs) über den Tag verteilt einzunehmen. Meiden Sie fettreiche und scharfe Speisen sowie intensiv riechende und schmeckende Gewürze. Bei Morgenübelkeit hilft es, bereits vor dem Aufstehen im Bett etwas Kleines zu essen oder zu trinken. Bei häufigem Erbrechen ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken auszugleichen.

 

Welche Nährstoffe braucht Frau in der Schwangerschaft?

Hämmerle: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, das schonend zubereitet wird, deckt den Bedarf für die meisten Nährstoffe in der Schwangerschaft ab. Um die optimale Versorgung mit Folsäure, Vitamin D, Calcium, Eisen und Jod zu gewährleisten, sollten Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt sprechen.

 

Was hat es mit der Folsäure auf sich?

Hämmerle: Folsäure ist wichtig für die Entwicklung des Nervensystems des Kindes in den ersten 28 Schwangerschaftstagen. Liegt ein Folsäuremangel vor, kann es zu einem Neuralrohdefekt kommen, der mit schweren Störungen in der Entwicklung von Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäule einhergeht.

 

Worin besteht die besondere Gefahr?

Hämmerle: Viele Frauen wissen zum Zeitpunkt des 28. Schwangerschaftstages oft gar nicht, dass sie schwanger sind. Daher sollten Frauen im gebährfähigen Alter auf eine ausreichende Folsäurezufuhr achten. Frauen mit Kinderwunsch können eine Folsäuresupplementierung mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt absprechen.

 

Worauf sollte man während der Schwangerschaft verzichten?

Hämmerle: Seien Sie vorsichtig bei nicht abgekochter oder nicht pasteurisierter Milch und daraus hergestellten Produkten wie z. B. Camembert, Brie, Gorgonzola und Roquefort. Auch den Rand von Schnitt- und Hartkäse sollten Sie nicht verzehren bzw. großzügig entfernen. Verzichten Sie außerdem auf rohes Fleisch, Rohwurst, Rohschinken, roher oder geräucherter Fisch sowie auf rohe Eier und daraus hergestellte Produkte.

 

Warum können diese Lebensmittel gefährlich werden?

Hämmerle: Rohe Lebensmittel stellen eine besondere Gefahrenquelle für Lebensmittelinfektionen dar. Die Folge können grippeähnliche Symptome sein, die für die Mutter nicht lebensbedrohlich sind, jedoch den Fötus schädigen und zu Früh- oder Fehlgeburten führen können.

 

Wie können solche Infektionen vermieden werden?

Hämmerle: Durch Meiden oben genannter Lebensmittel sowie durch Einhaltung von Hygienemaßnahmen wie Hände waschen (mit Seife), gründliches Waschen von Obst, Gemüse und Salat, richtige Aufbewahrung von Lebensmitteln, Reinhaltung von Geschirr und Oberflächen in der Küche etc.

 

Auf welche Genussmittel sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden?

Hämmerle: Alkohol und chininhaltige Getränke wie z. B. Bitter Lemon oder Tonic Water sind während der Schwangerschaft und Stillzeit tabu. Beide können die Entwicklung und Gesundheit des Fötus beeinträchtigen. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarztee, Grüntee, weißer Tee, Eistee und Energy Drinks sollten nur in Maßen genossen werden (zwei bis drei Tassen Kaffee oder vier bis sechs Tassen Tee sind gesundheitlich unbedenklich). Zigarettenrauch durch aktives oder passives Rauchen kann das Kind ebenfalls schädigen.

Wenn das Sprechen „klemmt“

Der Welttag des Stotterns stellt am 22. Oktober eine der bekanntesten Sprechstörungen in den Vordergrund und baut damit Tabus ab. Im Rahmen einer ganzheitlichen Betreuung bieten die Kinderdienste der aks gesundheit wertvolle Hilfestellungen für Betroffene.

 

Haben Sie gewusst, dass Bruce Willis oder Rowan Atkinson alias Mr. Bean stottern? Diese Sprechstörung ist nach wie vor ein Tabuthema. Das Sprechen erfordert ein abgestimmtes Zusammenspiel von Atmung, Stimme und Sprechbewegungen. Beim Stottern wird der Redefluss unterbrochen, Kinder wie Erwachsene verlieren die Kontrolle über das Sprechen. Zur Therapie dieser Beeinträchtigung sind das ganzheitliche Betreuen und die Zusammenarbeit verschiedenster Fachpersonen sehr wichtig. Die Kinderdienste der aks gesundheit arbeiten eng im interdisziplinären Team aus Logopädinnen und Logopäden, Psychologinnen und Psychologen zusammen. „Bei der logopädischen Untersuchung des Kindes beziehen wir die Eltern mit ein. Gegebenenfalls erstellen wir dann einen Behandlungsplan. Je nach Bedarf fließen logopädische und auch psychologische Therapiebausteine in die Behandlung ein“, erklärt aks Psychologin Ulrike Gsteu-Mäser.

 

Stottern ist kein Erziehungsfehler

Die Fähigkeit zu sprechen entwickeln Kinder in den ersten Lebensjahren. Sie lernen neue Laute und grammatikalische Regeln. „Es ist ganz normal, dass es zu sogenannten „Unflüssigkeiten“ des Sprechens kommt. Oft werden Laute, Wörter und Satzteile wiederholt. In der Regel verschwindet das von selbst wieder“, informiert Karoline Fritz, Logopädin der aks Kinderdienste. Fünf Prozent aller Kinder entwickeln chronische Stottersymptome. Begleitend dazu kann es zum Mitbewegen von Körperteilen oder dem Vermeiden des Blickkontaktes kommen. Im Erwachsenenalter betrifft chronisches Stottern rund ein Prozent der Bevölkerung. Die Ursachen für diese Sprechstörung sind bis heute nicht eindeutig ergründet. Forscher sind sich jedoch einig, dass mehrere Faktoren zusammenkommen. Sie gehen davon aus, dass es sich um eine organische, neuronale Störung handelt. Das Steuern des Sprechablaufes im Gehirn funktioniert nicht optimal. Stottern kann familiär gehäuft auftreten. Es wird nicht genetisch vererbt, aber die Veranlagung einer Sprachschwäche kann weitergegeben werden. Sprechstörungen sind nicht auf Erziehungsfehler zurückzuführen. Dennoch fördern Stress, Ängste oder Druck eine erhöhte Anspannung und begünstigen oder verstärken das Stottern.

 

Verschiedenste Therapieformen

In der Stottertherapie gibt es eine direkte und indirekte Herangehensweise. Logopädinnen oder Logopäden setzen bei der indirekten Therapie nicht an den Sprechmustern, sondern den beeinflussenden Faktoren (z. B.: Verbesserung der Mundmotorik oder Elternarbeit) an. Die direkte Therapie arbeitet hingegen am Redefluss oder den Symptomen. Die Modifikationstherapie wendet Sprechtechniken während der Stottersituation an. Das „Fluency shaping“ verbessert den Redefluss durch dauerhaft angewendete Sprechtechniken. Frühe Hilfestellungen verbessern die Chancen einer Rückbildung. Je kürzer das Stottern besteht, umso weniger stark verfestigen sich Leidensdruck und negative Erfahrungen. Psychische Faktoren haben einen großen Einfluss bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Stotterns. Daher spielt dieser Bereich bei der Behandlung ebenfalls eine bedeutende Rolle. „Es ist wichtig, das Kind in seinem Kommunikationsverhalten und Selbstvertrauen zu stärken. Beispielsweise kann das Erlernen einer Entspannungsmethode helfen, Ängste und Spannungen zu lösen“, betont Psychologin Ulrike Gsteu-Mäser. Spieltherapeutische Methoden bearbeiten Gefühle von Hilflosigkeit, Scham und Wut. Zum Beispiel im Rollenspiel lernt das Kind, negativen Reaktionen aus dem sozialen Umfeld selbstsicherer zu begegnen.

 

Offenheit und Zuhören

Eltern sind häufig sehr unsicher, wenn ihr Kind nicht flüssig spricht. Sie wissen nicht, wie sie darauf reagieren sollen. Es ist wichtig, mit dem Kind zu reden. So wirkt man dem Eindruck – Stottern sei etwas Schlimmes – entgegen. Bei einem gestotterten Wort könnte man sagen: „Das war aber ein schwieriges Wort“, oder „Dieses Wort ist einfach hängen geblieben.“ Teilen Sie als Eltern ihre eigenen Verunsicherungen und Gefühle mit. Diese Offenheit ermutigt ihr Kind, auch seine Empfindungen und Belastungen auszudrücken. In einer Wohlfühlatmosphäre erzählen Kinder gerne und ungestört. Dies stärkt ihre Sprech- und Erzählfreude. „Unterbrechen Sie das Kind beim Sprechen nicht, lassen sie es ausreden und halten sie dabei den Blickkontakt. Vielen Eltern fällt es schwer, ihrem stotternden Kind ruhig und gelassen zuzuhören. Am besten konzentriert man sich auf den Inhalt, darauf was das Kind sagen möchte und nicht, wie es das macht“, ermuntert Logopädin Karoline Fritz. Weiters regt sie an: „Beobachten Sie ihr eigenes Sprechverhalten. Sie sind als Eltern die wichtigsten Vorbilder für ihre Kinder und haben großen Einfluss auf deren Sprechverhalten.“

Milchkonsum – Trends und Bekömmlichkeit

Während in Indien und China der Konsum von Milch und Milchprodukten ansteigt, ist er in Europa rückläufig. Klingt kurios, wenn man bedenkt, dass über 90 Prozent der Asiaten bekannter Weise keinen Milchzucker vertragen. In Europa sind dagegen rund 20 Prozent von einer Laktoseintoleranz betroffen. Mag. Angelika Stöckler, Ernährungswissenschafterin, informiert im Auftrag der aks gesundheit über ausgewählte Milchprodukte, deren Laktosegehalt und Bekömmlichkeit.

  

Von Blähungen, Durchfällen und Übelkeit werden Personen mit Laktoseunverträglichkeit nach dem Konsum von Milch geplagt. Die Ursache ist genetisch bedingt und liegt in einer verminderten oder fehlenden Produktion des Verdauungsenzyms Laktase. Um beschwerdefrei zu sein, müssen Betroffene nicht gänzlich auf Milch- und Milchprodukte verzichten. Sie sollten jedoch laktosearmen Milchprodukten den Vorzug geben und ihre individuelle Verträglichkeitsmenge herausfinden.

 

Schaf-, Ziegen oder Stutenmilch

Bei Milchunverträglichkeit wird oft empfohlen, auf die Milch von anderen Tierarten auszuweichen. Bei Laktoseunverträglichkeit gilt es allerdings zu beachten, dass jede Tiermilch, auch jene von Schafen, Ziegen und Stuten, Milchzucker enthält und damit Beschwerden auslösen kann. Der Laktosegehalt der genannten Milchsorten ist etwa mit jenem der Kuhmilch vergleichbar. Genauere Informationen bietet die nachfolgende Übersicht.

 

Hartkäse und Sauermilchprodukte werden gut vertragen

Bei der Herstellung von Joghurt und Sauermilchprodukten wird der Milchzucker durch Fermentation teilweise in Milchsäure umgewandelt. Das macht gesäuerte Milchprodukte bekömmlicher. Auch Käse wie Bergkäse, Edamer, Gouda oder Tilsiter enthalten kaum Laktose, weil diese bei der Reifung abgebaut wird. Grundsätzlich gilt, je länger der Käse gereift ist, desto geringer ist sein Gehalt an Milchzucker.

 

Milch trinken ist nicht mehr in

Laut dem österreichischen Ernährungsbericht konsumieren wir zu wenig Milch und Milchprodukte. Dreimal täglich etwas aus Milch in den Speiseplan einzubauen, empfehlen die Ernährungsgesellschaften, denn regelmäßiger Konsum von Milchprodukten leistet einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit Kalzium, Eiweiß und Vitaminen. Ob Milch, Joghurt, Käse oder andere Milchprodukte bevorzugt werden, obliegt den geschmacklichen Vorlieben und der individuellen Verträglichkeit.

 

Milchzuckergehalt (Richtwerte)

 

Lebensmittel

Gramm / 100g

Kuhmilch

4,8 – 5

Schafmilch

4,2 – 5

Stutenmilch

6,2

Ziegenmilch

4,4

Hartkäse

< 0,4

Camembert

< 1

Topfen

2 – 3,8

Jogurt

3,7 – 5,6

Butter

< 0,7

 

Quellen: Kasper: Ernährungsmedizin und Diätetik; Der kleine Souci.Fachmann.Kraut